In allen drei Ortsteilen prasseln am Sonntag die Osterfeuer

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Wir leben auf dem Land. Und da werden Bräuche und Traditionen noch gepflegt. Nicht einfach mal eben so – nein, gut vorbereitet und von langer Hand geplant. Warum es funktioniert? Weil die Gemeinschaft hier noch großgeschrieben wird. Da machen dann die heimischen Vereine nur allzu gerne mal gemeinsame Sache, um den Bürgern etwas zu bieten. So auch zum bevorstehenden Osterfest. Schon jetzt türmen sich in allen drei Ortsteilen die großen Holzstapel, die nur auf eines warten: Nämlich darauf, dass sie entzündet werden. Ein Brauch der bereits seit langem gepflegt wird und dafür sorgt, dass auch an den Osterfeiertagen für unterhaltsame Abwechslung gesorgt ist. Neben der Eiersuche versteht sich! Da pilgern die Ascheberger Ostersonntag gegen 18.45 Uhr von der St. Lambertus Kirche Richtung Gisa, wo der Löschzug Ascheberg das Osterfeuer entzündet und der Kolpingspielmannzug Ascheberg mit dem Ascheberger Heimatverein für ein attraktives Rahmenprogramm sorgt, wobei weder die musikalischen noch die kulinarischen Genüsse zu kurz kommen. Ja selbst der Bewegungsarmut wird auf charmante Weise entgegengesteuert, denn was wäre ein Osterfeuer ohne Ostertanz?
Auch in Davensberg prasselt selbstverständlich ein Osterfeuer am Ostersonntag, organisiert von der Kirchengemeinde St. Anne und dem Davensberger Löschzug, lockt es ab 19 Uhr große und kleine Besucher zu der Wiese am Bahndamm genau gegenüber des Gasthauses Haverkamp lockt.
In Herbern steht der MSC um 19 Uhr in den Startlöchern, um am Vereinsgelände für Glanz in den Augen der Besucher zu sorgen. Garniert wird der Besuch mit Mantaplatten und Ostereiern von Eier Hugo. Für den Ohrenschmaus sorgt der Männergesangverein Herbern.
Ein Abend der garantiert feurig und unterhaltsam wird und am Ostersonntag für die Landmenschen in dieser Gemeinde ein österliches Highlight setzt. Tina Nitsche

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Emma trifft auf Emma

BVB-Madkottchen zu Besuch im St. Benedikt-Kindergarten

HERBERN. Emma Brocks wartet. Doch die Vorfreude kann sie nicht ganz verbergen. Schließlich trifft man nicht alle Tage seinen prominenten Namensvetter. „Die heißt genauso wie ich. Emma nämlich“, verrät das kleine Mädchen und blickt zur Tür. Durch diese muss BVB-Maskottchen Biene Emma, um in die Turnhalle des St. Benedikt Kindergartens zu gelangen. Hier warten schon viele Kinder auf das Schwarz-Gelbe Wundertier. Aufgeregt, ein bisschen nervös aber bestens gewappnet. Laurenz hat sich extra ein BVB-Shirt übergestreift und das, obwohl er Bayern-Fan ist. Lenja antwortet auf die Frage, ob sie BVB-Fan sei ganz keck: „Nein ich bin für Capelle.“ Nur Till Heitbaum lässt sich ganz entspannt auf die dicke blaue Matte in der Turnhalle sinken. Neben Biene Emma ist er der heimliche Star des Tages. Und das nicht nur, weil er heute Geburtstag hat und einen ganz besonderen Gast empfängt. Sondern auch, weil es seinem Vater Stephan zu verdanken ist, dass so ungewöhnlicher Besuch zur Geburtstagsparty seines Sohnes kommt. Denn Stephan Heitbaum hat erfolgreich an einem Gewinnspiel teilgenommen und den Hauptpreis – ein Besuch von Biene Emma – gewonnen.

Plötzlich wenden sich alle Köpfe ruckartig Richtung Tür. „Sie ist da“ flüstert Oskar. Grinsend und winkend, aber stumm – denn Emma kann nicht sprechen – steht die übergroße Biene im Türrahmen, betritt den Raum und ist sogleich umringt von einer Kinderschar. Ein Blitzlichtgewitter saust auf den gelben BVB-Glücksbringer nieder, denn die Eltern zücken wie wild die Kameras und Handys, um den ungewöhnlichen Besuch für die Ewigkeit festzuhalten. Emma bahnt sich gemeinsam mit Till Seibold vom BVB-Kids-Club einen Weg zum großen braunen Kasten. Geburtstagskind Till im Arm widmet sie dem kleinen Jungen als erstes ein Autogramm. Die anderen Kinder stellen sich brav an, um eine begehrte Autogrammkarte zu erhalten. Auch Jens. Und er schafft es Emma zu verwirren. Hat der Junge sich in der Kleiderwahl vertan? Nein, Jens holt sich taff im blauen Schalke-Trikot eine schwarz-gelbe Autogrammkarte. Endlich dann, ist auch Emma Brocks an der Reihe. Überglücklich schaut sie zu, wie die Biene eine ungewöhnliche Widmung für sie schreibt: „Von Emma für Emma.“ Tina Nitsche

Die neuen drei „Ks“

Regina Selhorst ist die Frau an der Spitze des Landfrauenverbandes

HERBERN. Ihre neue Aufgabe empfindet Regina Selhorst als spannend. Denn die 51-jährige Herbernerin will als frischgebackene Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes eine Menge bewegen. Eine echte Aufgabe, denn sie steht einem äußerst starken Verband vor, der 43 000 Mitglieder zählt und zu dem 20 Kreis- und 377 Ortsverbände gehören. Dabei hat die Diplom-Verwaltungswirtin feste Ziele vor Augen, wobei sie auch mit manchem „verstaubten“ Image aufräumt. Von wegen Kinder – Küche – Kirche! „Wir haben neue drei Ks“, sagt sie, „nämlich Kommunikation, Kooperation und Kompetenz, wobei Kinder dabei selbstverständlich sind.“ Entsprechend ist die Bildungsarbeit ein großes Thema für die neue Präsidentin. Die neuen Medien werden effizient genutzt, wobei Selhorst dabei nie die alten Werte aus den Augen verliert. „Es gibt nichts wichtigeres als miteinander zu reden, denn nur so kann man eine Menge erreichen.“ Sie setzt auf den modernen Dialog, weil sie weiß, dass er funktioniert. Schließlich wird genau dieser durch die vorhandene Struktur im Verband gelebt. Das bisweilen „angestaubte“ Image der Landfrauen, passt mit der Realität nicht mehr überein. „Wir sind modern, obwohl wir auch noch alte Werte leben, wie beispielsweise das Handarbeiten. Bei uns wird noch gehäkelt, ja, aber wir häkeln Boshi-Mützen und die sind trendig“. Als neue Präsidentin ist es Regina Selhorst, die selbst Landfrau mit Leib und Seele ist, ein wichtiges Anliegen, dass die Menschen traditionelle Attribute wieder zu schätzen lernen und trotzdem ein realistisches Bild der Landwirtschaft erhalten. „Wir brauchen hier keine Streichelzoos, keine Museumslandwirtschaft und schon gar keine Landlustromantik“, weiß sie, dass, wenn es die Landwirtschaft nicht gäbe, es auch um die Ernährung schlecht bestellt wäre. Dabei setzt sie jedoch Landfrau nicht gleich mit Bäuerin. „Wir sind natürlich auch Interessensvertreter der Bäuerinnen, aber der Verband gliedert sich zur Hälfte in Bäuerin und zu 50 Prozent in Frauen aus dem ländlichen Raum auf.“ Mitglied kann in dieser Gemeinschaft jede werden. Wobei Selhorst sehr wohl weiß, dass Frauen aus ländlichen Bereichen andere Interessen als Frauen in der Stadt haben. Auf Landesebene macht sie sich stark für den Klimaschutz, den sie als politisches Thema sieht. „Wir funken auf allen Kanälen“, setzt sie in ihrem neuen Amt auf Teamwork, neue Medien und alte Werte. TN