„LH“ – forever

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Hubert Schwartländer ist seit über 40 Jahren mit LH-Kennzeichen unterwegs
HERBERN. „Wo liegt eigentlich dieses „LH“ genau?“ – Diese Frage hat Hubert Schwartländer im Laufe der Jahre sehr oft gehört. „In den 90ern wurde LH, das ja für Lüdinghausen steht, dabei von den Jugendlichen immer mit der Ostzone verbunden“, sagt der 67-jährige und muss schmunzeln.
Dieses LH, von dem hier die Rede ist, ist das Kennzeichen, das seit 1971 an dem weißen 7,5 Tonner Mercedes 808 prangt. Huberts Vater Paul kaufte damals das weiße Auto für das Familienunternehmen Getränke Schwartländer. Sohn Hubert übernahm den Betrieb 1978 und damit auch den weißen LKW. Und dabei musste er dann für sein geliebtes Kennzeichen kämpfen. „Die Reform war damals ja schon vorüber, denn 1974 wurde das COE-Kennzeichen für unsere Gemeinde eingeführt, also wollte das Amt, dass ich mein Kennzeichen austausche“. Doch Hubert durfte sein geliebtes Kennzeichen LH-V 363 behalten. Lediglich ein Zusatzstempel mit COE gesellte sich auf den weißen Untergrund des blechernen Schildes. „Da haben die drauf bestanden“. Bis heute läuft das 1968 erbaute Fahrzeug noch auf seinen Namen, obwohl Schwartländer die Firma längst an seinen Nachfolger Daniel Zimmermann übergeben hat. „Aber nur so konnten wir das Kennzeichen behalten.“ Seit 43 Jahren fährt der weiße LKW nun schon mit seinem LH-Kennzeichen durch die Gegend und damit sind so manche Erlebnisse verbunden. Eines davon ist Hubert Schwartländer besonders gut in Erinnerung. „Das war eine Riesenstory und stand auch in der Zeitung“, erzählt er von der Begebenheit, als er 1972 auf dem Weg von der Germania Brauerei Münster mit 30 Fässern Bier an Bord, auf dem Rückweg in Höhe von Haus Borg bei Rinkerode die Begegnung der dritten Art hatte. Da fielen ihm vier Jäger auf. „Ich dachte nur, dass mir von denen bloß nicht noch einer durch die Scheibe schießt“. Kaum zu Ende gedacht, splitterte sein Frontglas, hinter seinem Fahrersitz landete ein Fasan und Hubert Schwartländer war übersät mit Glassplittern. „Da hat ein Jäger tatsächlich aus fünf Metern Entfernung mit dem Schrotgewehr gezielt und einen Volltreffer gelandet“. Heute kann Schwartländer darüber schmunzeln, aber damals sah das anders aus. „Ich habe 500 DM Schmerzengeld bekommen, in den USA hätte das 50 000 Dollar gegeben“. Doch das weiße Auto, das mittlerweile die zweite Maschine unter der Haube und 700 000 Kilometer auf dem Buckel hat, wurde auch als Bühne für die Blaskapelle Schwartländer genutzt und hat ebenfalls für so manchen Umzug hergehalten. „Es ist immer einwandfrei gelaufen, allerdings wurde es auch immer bestens gepflegt“, so Schwartländer, der viele Karosseriearbeiten selbst erledigt hat. Ein Auto, das bekannt war, wegen seines Kennzeichens. „Mein Auto ist das älteste Auto in der Gemeinde, das mit LH-Kennzeichen unterwegs ist.“ Und daran wird sich wohl nie mehr etwas ändern, denn heute ist es wieder Up-To Date das LH-Kennzeichen. Bei einem Neuwagen würde selbst Hubert Schwartländer wieder darauf setzten. Für den weißen LKW schließt sich damit der Kreis, nach 43-Jahren-LH-Geschichte. Tina Nitsche

INFO: Laut Straßenverkehrsamt Lüdinghausen sind mittlerweile schon über 2 000 Kennzeichen mit LH reserviert worden.

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Beschwingt in den Wonnemonat

Die DJ's sorgten gut gelaunt für eine volle Tanzfläche. Foto: Tina Nitsche
Die DJ’s sorgten gut gelaunt für eine volle Tanzfläche. Foto: Tina Nitsche
Der Kolpingspielmannzug Ascheberg entführte die Massen zu einem unvergesslichem Maitanz

ASCHEBERG. Der Fahrradpark am Bahnhofsweg wuchs zusehends. Jung und Alt hatten am Mittwochabend ein gemeinsames Ziel. Sie steuerten alle Frenkings Festscheune an, wo die ultimative Maiparty stieg. Denn zum 40. Mal veranstaltete hier der Kolpingspielmannzug Ascheberg den Tanz in den Mai. Schnell stand das Stimmungsbarometer ganz oben, dafür sorgten musikalisch die DJ’s und feiertechnisch die vielen Gäste. Da trafen Kicker auf Schwimmmeister und Kubb-Cracks, die sich alle freudestrahlend unter das Publikum mischten und beschwingt in den Wonnemonat feierten. Gute Laune dominierte, die einen schwangen ausgelassen das Tanzbein, die anderen stießen lachend auf den Mai an – alle amüsierten sich prächtig bei der gelungenen Veranstaltung. Und während die Massen ausgelassen feierten, sorgten die Spielleute arbeitend für den perfekten Rahmen. Die einen an der Kasse, andere an den Theken, die Brüder Martin und Theo Weiß sowie Stefan Adamnczyk jedoch machten sich als „die drei Damen vom Grill“ einen Namen und verwöhnten die Gaumen der Gäste. Gemeinsam sorgten sie durch ihren Einsatz dafür, dass den Besuchern dieses ungewöhnliche und gelungene Tänzchen noch sehr lange in Erinnerung bleibt. Tina Nitsche