„Frischzellenkur“ für Fritz

Thomas Wentker hat Trabi P 601 wieder flott gemacht

ASCHEBERG. Fritz ist in die Jahre gekommen. Der Lack war ab und irgendwie war er mangels Bewegung auch eingerostet. Doch eine „Frischzellenkur“ bei Thomas Wentker hat wahre Wunder bewirkt. Trabi-Kombi Fritz ist nun wieder ein schmucker Junge.
Nichts ist mehr zu sehen von dem katastrophalen Zustand, in dem sich der Trabant P 601 befand. Lediglich im Innenraum hängt noch leicht der Duft längst vergangener Zeiten. „Fritz kam ziemlich fertig hier an, von innen stark vermüllt und dreckig, an vielen Stellen durchgerostet, 12 Jahre in einer feuchten Garage haben ihre Spuren hinterlassen“, erzählt Thomas Wentker. Seit 2013 zählt der Kombi zum Fuhrpark des Aschebergers, der allerdings sehr geschrumpft ist. „Ich musste mich aus Platzgründen verkleinern“, erklärt der 46-jähirge. Nun teilen sich Fritz und Karl eine Garage. „Eigentlich müssten die sich auf dem Band fast noch gesehen haben“, sagt Thomas Wentker und lacht. Denn Fritz und Karl, die vom Typ „P 601“ her baugleich sind weisen eine Gemeinsamkeit auf: Beide wurden im Februar 1990 gebaut. Karl ist blau, „Fritz ist die Deluxe-Ausführung“, weist Thomas Wentker auf das grüne Dach, das sich über den papyrus-grauen Duroplast-Korpus wölbt. Einen Tag hat der Ascheberger Maschinenbauer benötigt, um Fritz wieder fahrbar zu machen. Das „OP-Team“ bestand dabei aus neuen Leuten. „Der Motor war defekt, ebenso wie die Bremsen, da hatten wir allerhand zu tun“. Anschließend arbeitete Wentker alleine weiter. Er nahm Schweißarbeiten vor und widmete sich der Außenhaut. „Das Gros ist fertig, Fritz rennt wieder, der Motor läuft sauber, was jetzt noch folgt sind Feinarbeiten“, will er beispielsweise die aufgebrachte Zahl auf der Seitentür, die Zeuge dafür ist, dass Fritz bei der Deutschen Reichsbahn im Einsatz war, noch auffrischen. 1993 dann kam er zur Bundesbahn nach Erfurt, bevor er in Gelsenkirchen landete. Dort stand er bis 2013. Fahruntüchtig, vernachlässigt und übrigens auch mit anderem Namen. Als Thomas ihn geschenkt bekam, taufte er den einstigen Ernst in Fritz um und sorgte mit viel Liebe dafür dass die Rennpappe wieder rennt. Und das sogar mit erklärtem Wunschkennzeichen. „LH – P 601“. „Da habe ich sofort reagiert, als der Startschuss zur Reservierung freigegeben war, hing ich pünktlich um 18 Uhr am Telefon, um 18.05 Uhr hatte ich mein Kennzeichen.“ Was jetzt noch fehlt ist eine Anhängerkupplung und der schmucke Junge ist perfekt. Tina Nitsche

Info:
Beim Trabi-Tag am 2. August in Ascheberg ist Trabi Fritz auf dem Gelände vom Bauernhof St. Georg zu bewundern.

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