Doch die Stricknadeln klappern weiter…..

Monika Jungeilgis schließt nach 30 Jahren ihr „Wollfach“
HERBERN.Ihre Stricknadeln klappern mit viel Leidenschaft. „Handarbeiten mache ich gerne, das könnte ich Tag und Nacht“, gibt Monika Jungeiligis zu und strahlt.
Ihre Leidenschaft hat sie dann auch zum Beruf gemacht. Denn seit 30 Jahren führt die Herbernerin mit viel Herzblut ihr Fachgeschäft „Wollfach“. Noch. Um genau zu sein bis zum 28. Februar. Dann ist Schluss, denn dann will Monika Jungeilgis in den wohlverdienten Ruhestand.
„Es war eine wundervolle Zeit hier“, lässt die gelernte Einzelhandelskauffrau den Blick über die Regale wandern, aus denen Wolle in unterschiedlichsten Qualitäten und Farben hervorlugt. Zu ihrem Entschluss steht sie. „Dass all das bald nicht mehr Bestandteil meines Lebens ist, damit habe ich mich abgefunden.“ Ehemann Jan und „mein Finanzminister über all die Jahre“, sieht es positiv. „Nun kommen andere Dinge“, sagt er. Dennoch stimmt eine Tatsache Monika Jungeilgis traurig: „Ich hätte mein Geschäft gerne weitergegeben, denn jetzt ist es so endgültig.“
In der Tat: Mit Schließung des „Wollfach“ klafft eine große Lücke und das nicht nur in der Herberner Geschäftswelt. „Wir waren hier in der Umgebung die letzten Jahre fast konkurrenzlos, es gibt kaum noch solche Fachgeschäfte“, hat Jan Jungeilgis festgestellt. Und so hofft seine Frau: „Vielleicht hat ja doch noch einer Mut, das Geschäft zu übernehmen.“ Sie ist sich selbstverständlich darüber im Klaren, dass ein solcher Schritt wohlüberlegt sein will.
Die Zeiten haben sich geändert, seit sie 1985 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. „Der Verkauf über das Internet nimmt immer mehr zu“, weiß sie. Aber sie hat stets erfolgreich dagegenhalten können. Mit viel Menschlichkeit, kompetenter Beratung, noch mehr Engagement und „ ja dem persönlichen Service“, erzählt sie. Und genau der war es auch, der ihr viele Stammkunden beschert hat. Denn Monika Jungeligis hat immer Tricks und Tips parat gehabt, kannte all die Kniffe rund um das Thema Wolle und Stricken. Jeder hat sofort gemerkt, das sie sich auskennt.
„Ich habe nie nur einfach Wolle verkauft“, sagt sie. Vielmehr schwang immer Leidenschaft dabei mit. „Man muss hinter dem stehen was man tut.“ Und das hat sie all die Jahre getan. Sie hat nicht nur einfach die Ladentür aufgeschlossen, nein, sie hat auch für Anregungen gesorgt. Hat selber unermüdlich gestrickt, um ihren Kunden das gewisse Etwas an mehr zu bieten und ihnen zu zeigen, was mit Wolle alles möglich ist. „Das kann man nicht lernen, ich habe dieses Talent quasi in die Wiege gelegt bekommen und mich ständig weiterentwickelt.“
Und eines steht für sie jetzt schon fest, auch wenn nun definitiv die letzten vier Wochen einer langen Ära anbrechen: „Die Stricknadeln, die klappern auch künftig weiter“. Denn ab März hat Monika Jungeilgis viel Zeit. Tina Nitsche

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