„Ich bin kein Stubenhocker“

Otto Jägers Rezept für 85 muntere Jahre
HERBERN. Er ist Rentner, aber den ganzen Tag zu Hause sitzen und die Hände in den Schoß legen – nein, das ist nichts für Otto Jäger. „Ich bin kein Stubenhocker“, sagt der Herberner und grinst schelmisch. Und so ist er eigentlich immer noch in der Werkstatt anzutreffen oder mal im Büro. „Da gibt es immer was zu tun.“ Sein Leben war von Arbeit geprägt. Eine Tatsache, die Otto Jäger nie wirklich gestört hat. Denn mit einer gesunden Portion Optimismus und einer positiven Einstellung, „da lässt sich im Leben alles managen“.
Am Sonntag feiert Otto Jäger seinen 85. Geburtstag. Am 8. Februar 1930 wurde er als sechstes von sechs Kindern in Herbern geboren. „Und ich bin immer hier geblieben“, verrät er und lacht. Sein Elternhaus war an der Werner Straße. 1979 zog er an die Vogelrute 37, wo er ein Haus gebaut hat, das er so konzipierte, dass seine Malerwerkstatt direkt mit untergebracht wurde. Beruflich ist der Jubilar, der nach der Volksschule die Handelsschule in Münster besuchte, in die Fußstapfen seines Vaters Heinrich getreten. „Mein einziger Bruder ist im Krieg gefallen, dann war ich an der Reihe.“ Gefragt hat er nicht lange. Er hat gemacht. Nach seiner Ausbildung zum Maler und fünf Gesellenjahren – „das war damals noch so“ – absolvierte er 1954 erfolgreich seine Meisterprüfung.
„Das ist 60 Jahre her“, kramt er einen Zeitungsartikel und eine Urkunde heraus. Denn Ende 2014 wurde ihm in Coesfeld der diamantene Meisterbrief überreicht. „Das war schon toll und macht mich auch ein bißchen stolz“, gibt er zu. Heute führt sein Sohn das 1919 gegründete Unternehmen in dritter Generation.
In seiner Freizeit engagierte Otto Jäger sich gerne und mit viel Einsatz für so manchen Verein. Den Herberner Spielmannzug gründete er sogar mit und fungierte viele Jahre als Vorsitzender. Musikalisch griff er dort zur Flöte. „Die hab ich auch noch, aber heute spiel ich nicht mehr.“ Bei der Kolpingsfamilie Herbern war er lange Zeit der Senior. „So wurde früher der erste Vorsitzende genannt“. Zudem war er viele Jahre im Rat der Gemeinde. Auch heute rastet er nicht. Kartenspielen, Treffen mit Freunden und anderen Senioren, schwimmen gehen und wandern, „na ja heute ist das wohl eher spazieren, früher war ich regelmäßig in den Bergen wandern“ – all diese Dinge halten den rüstigen Herren jung. Seine Fröhlichkeit und sein Optimismus tun das übrige dazu. „Und dann muss man sich immer kleine Ziele setzen“, verrät er die letzte Zutat für sein Rezept. Seinen Geburtstag feiert er mit seiner Frau, den beiden Söhnen, Schwiegertöchtern, den drei Enkelkindern, Verwandten und Freunden bei sich zu Hause. Sein Geburstagswunsch: „Na Gesundheit, dann läuft alles wie von selbst.“ Tina Nitsche

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