Kreative Schreibtischtäter

Kolpingnachwuchs begab sich unter die Holzwürmer
ASCHEBERG. Dieses Auto kommt ganz ohne Nummernschild aus. Seine makellose Außenhaut ist auch nicht poliert.
„Nein, glatt geschmirgelt“, verrät Aniello und bearbeitet sein Werk eifrig mit Schleifpapier. Wenn der Flitzer fertig ist, wird er auf Aniellos Schreibtisch parken. „Als kreativer Stiftehalter“, erklärt Tischlermeister Jürgen Trahe.
Denn in der Tischler-Werkstatt von Trahe und Stephan Adamczyk sind diese Holzautos entstanden. 20 junge Holzwürmer haben sich kreativ ausgetobt. Die Vorarbeit jedoch hat ein anderer geleistet. Heinz Frenster. Der eigentliche Initiator der Holzwerkstatt, die die Kolpingsfamilie Ascheberg nun bereits zum dritten Mal angeboten hat. „Und dabei ist die Resonanz so riesig wie noch nie“, freut sich Martin „Boat“ Weiß, Kolpingvorstand. 20 Kinder sind am Samstag unter die Holzwürmer gegangen. Beigeistert, interessiert, wissbegierig und höchst kreativ. „Und es wären noch mehr“, verrät Weiß, dass die Nachfrage enorm war.
Einen Grund für die hohe Teilnahme vermutet er darin, dass sich die Kolpingjugend wieder neu formiert hat. „Die leisten gute Arbeit, da bin ich echt stolz“, lobt Weiß und schaut zu Lukas Ringe und Charlotte Szelong. Die beiden sind bei der Kolpingjugend aktiv und unterstützen die Kids in ihrer Mission „Autobau“. Die Vorarbeiten dafür hat wie gesagt Heinz Frenster geleistet. Er hat für jedes Kind einen Bausatz zusammengestellt. „14 Holzteile, 12 Schrauben, vier Unterlegscheiben“, rechnet Silke Nientiedt, die das Projekt ebenfalls begleitet, schnell zusammen.
Bohren, sägen, feilen, schleifen, hämmern – all das müssen die Jungen und Mädchen dann selber tun. Frenster steht ihnen dabei ebenso wie Trahe und Adamczyk zur Seite. Jan-Luca bringt Farbe ins Spiel. Zwei knallrote Hupen zieren sein Vehikel. „Kein Auto, nee ein LKW“, verrät er stolz und stellt sich brav an. Denn Stephan Adamczyk muss im an der Ständerbohrmaschine helfen. Sein Werk kommt eher puristisch daher. Die Ladefläche fungiert als Zettelbox. Drei runde Löcher für Stifte reichen. „Aber hier muss ich ein ganz großes Loch haben für einen Radiergummi“, erklärt Jan-Luca und macht sich mit Stephan an die Arbeit.
Die Werke variieren, keines gleicht dem anderen. Mal LKW, mal sportlicher Flitzer. Aber alle praktische „Schreibtischtäter“ aus Holz mit Vorrichtungen für Stifte, Zettel und Radiergummi. Tina Nitsche

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