„Verdamp lang her!“

Eine Gemeinde liest: Christian Pelster begeisterte singend, lesend und spielend mit der Geschichte Wolfgang Niedeckens

ASCHEBERG. In der Tat, es ist verdammt lang her, als die Kölschrockband BAP sich  einen festen Platz in der Musikszene eroberte. Um genau zu sein: 40 Jahre. Lange war sie als Wolfgang Niedeckens Bap unterwegs. Und dessen Geschichte griff Christian Pelster am Sonntagabend im Pfarrgarten auf. Singend, Mundharmonika- und Gitarrespielend, lesend und vor allem berührend! Damit servierte der Ascheberger, der ebenso wie Niedecken die Vorliebe zur Musik teilt, einen besonderen Leckerbissen im Veranstaltungsspektakel: „Eine Gemeinde liest“. Da wurden die Decken ausgepackt, Füße wippten geräuschlos auf dem Rasen im Takt, unzählige Paare Lippen formten leise Refrains bekannter Songs wie „Helfe kann dir keiner“. Ein Lied, das Niedecken für seine Jugendliebe Hille geschrieben hatte.
Es war ein besonderer Abend, den alle mehr als genossen. Zwei Stunden lang tauchten  ganze Generationen ein, in die Geschichte des Wolfgang Niedecken, der nicht nur als Sänger unterwegs ist, sondern auch Kunst studierte, mit zahlreichen Ausstellungen begeisterte und sich auch erfolgreich als Autor verdingt. Christian „Pelle“ Pelster servierte die Geschichte des bekannten Sängers unterhaltsam, kurzweilig  und brachte seine Zuhörer zum Lachen. Denn kleine Anekdoten, wie die, dass Wolfgang seinen Vater Josef regelmäßig verbal in die Enge trieb, oder dass er der Schule ohne Abi, aber mit dem festen Vorsatz Karriere zu machen verließ, verschwieg Pelster nicht. Selbst dem Bandnamen kam er auf die Spur, „denn die Kinder am Rhein nennen ihre Väter Bap“. Das dieser Name allerdings einmal solch einen Kultstatus erlangen wurde, das konnte damals vor 40 Jahren niemand ahnen. Pelster schaffte es jedoch seine vielen Zuhörer in den Bann zu ziehen und zu fesseln, mit einer Geschichte die „Verdamp lang her“ ist. Tina Nitsche

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