Wenn der Fisch am Haken hängt

Erfolgreich in die Saison: Ascheberger Angelverein traf sich Karfreitag traditionell zum Anangeln
ASCHEBERG. Günter Klaverkamp lässt den Blick über den Teich schweifen. Alles ist ruhig. Der Angler lehnt sich in seinem Stuhl zurück. Er wartet. Nichts tut sich. „Irgendwie beißen sie hier vorne nicht so gut“, meint Klaverkamp mit Blick auf seine Angelrute. Nicht ein einziger Fisch hat angebissen.
Nur drei Meter weiter offenbart sich ein ganz anderes Bild. Luis Brauner ist schwer beschäftigt. Morgens um 10 Uhr ist seine Welt ganz in Ordnung. Neun Forellen lagern bereits neben seinem Stuhl. Und dafür ist der Junge gern am Karfreitag früh aufgestanden. „Wenn man was fängt, dann macht das Angeln besonders Spaß“, verrät der Junge und befestigt einen Köder an seinem Angelhaken. „Bienemaden“, sagt er. Seine scheinen die Fische zu mögen.   „Luis macht das richtig, er angelt in richtiger Tiefe mit dem richtigen Köder“, stellt Volker Naumann fest. Er hat seinen Platz rechts von Luis und gibt zu: „Die Jugend erteilt uns alten Hasen hier gerade eine Lehrstunde.“ Luis hat seine Angel relativ flach gestellt. „Das heißt der Köder ist relativ hoch“, erklärt der Junge.
Günter Klaverkamp hat bereits alle Höhen ausprobiert. Immer noch erfolglos. Trotz Bienenmaden als Köder. „Geduld ist das A und O beim Angeln“, erklärt er. Klaverkamp bleibt gelassen. „Angeln bedeutet für mich Entspannung, das ist der Hauptgrund weshalb ich so gerne angle.“
Luis hingegen liebt die Herausforderung. „Das Drillen, das hat was“, gibt der Junge zu und zeigt, dass er die Anglersprache schon beherrscht. Was es bedeutet? Luis übersetzt. „Wenn der Fisch den Köder nimmt und man dann im richtigen Moment den Anhieb setzt, hat man die erste Etappe geschafft. Der Fisch hängt am Haken.“ Dann beginnt je nach Fischgröße ein Ringem mit unklarem Ausgang. Mensch will den Fisch ans Ufer bekommen, der jedoch will lieber im Wasser bleiben. „Diesen Kampf nennen die Angler drillen“, so Luis. „Kämpfe“, die der Junge beim traditionellen Anangeln des Ascheberger Angelvereins am Karfreitag erfolgreich für sich entschieden hat. Und dafür ist er auch gerne früh aufgestanden. Rund 30 Angler, davon sechs Jugendliche, sind am Karfreitagmorgen um 7 Uhr in die Saison gestartet. Nachdem die Plätze ausgelost worden waren, ging es los. „Und das bei bestem Wetter“, freute sich Michel Hutten, seines Zeichens erster Vorsitzender des Angelvereins.
Dann war Warten angesagt. Die einen mehr, Luis eher weniger. Bei ihm haben die Forellen gut angebissen. 120 Forellen und zehn Lachsforellen waren zum Anangeln im Teich am Vennkamp ausgesetzt worden. Mittags dann schritt Wiegemeister Peter Portmann zur Tat. Und Luis Brauner durfte jubeln. Zehn Forellen hatte er gefangen mit einem Gesamtgewicht von 4,18 Kilo. Und damit hatte der Jugendliche den Tagessieg eingefahren. Mittags versammelten sich die Angler ums Lagerfeuer und ließen den Tag traditionell ausklingen. Mit Pellkartoffeln und Fisch. Tina Nitsche

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Bei Luis Brauner lief es wie am Schnürchen. Schon früh konnte er einen dicken Fang verzeichnen. Am Ende furh er mit 10 Forellen den Tagessieg beim tradtionellen Anangeln ein. Foto: Tina Nitsche

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