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Der „Dicke“, der Kleine und ein unrestauriertes Original

ACA lud zur 20. Oldtimerausfahrt – gelunge Jubiläumsveranstaltung
ASCHEBERG. Der Dicke ist schon älteren Semesters. Und eigentlich heißt er ja auch gar nicht „der Dicke“. Sein wirklicher Name: Bentley MK6. Geboren wurde er 1952 in England und bestechen tut er durch seine makellose silberne Haut. Ein echter Hingucker, dieser „Dicke“ der am Samstag bei der 20. ACA Oldtimerausfahrt unzählige Blicke auf sich lenkte.
„Und immer noch einen Paten sucht“, wie Besitzer Jürgen Phillips lachend verriet. Einen Paten für den Tank, denn Sprit schluckt dieser Oldtimer gerne und auch viel.
Er war nur einer von 49 außergewöhnlichen Raritäten, die am Samstag das Herz so manches Oldtimerfans höher schlagen ließ. Mit 78 Jahren nicht nur wesentlich älter, sondern auch bedeutend kleiner und deshalb auch liebevoll „Mäuschchen“ genannt, war der kleine beigefarbene Topolino.
„Einer von insgesamt Dreien, die es in Westfalen noch gibt“, verriet Besitzer Erhard Kutschmann. Von Hightech nicht die Spur. Schließlich sind diese Fahrzeuge alle schon älteren Semesters. Aber gerade das macht den Reiz aus. Schlichte Eleganz, auf Hochglanz polierte Schätzchen, einfachste Technik und trotzdem etwas Besonderes. „Und nicht zu vergessen, die Liebe steckt hier im Detail“, nahm eine Besucherin begeistert einen VW-Käfer mit einem Koffer auf dem Dach, näher in Augenschein. Mehr noch, alle Fahrzeuge, ob Zweirad, Auto oder Traktor waren liebevoll restauriert. Ganz im Gegensatz zu Rudi, bei dem es sich um ein unrestauriertes Original handelte. Zumindest offenbarte das der Schriftzug auf dem T-Shirt des Moto Guszzi – Besitzers. „Es ist schon etwas besonderes hier, man trifft auf Gleichgesinnte, kann noch so richtige Benzingespräche führen“, befand Bernfried Kallwey. Der Ascheberger ist schon lange dabei, ebenso wie der Herberner Heiner Hammwöhner, der mit seinem Traktor der Marke Kramer zur Ausfahrt startete. Die Traktoren absolvierten eine rund 25 Kilometer lange Strecke rund um Ascheberg. Autos und Motorräder legten 70 Kilometer zurück. Ihr Weg führte unter anderem über Herbern, Rinkerode und die Venne. Doch ihre Gehirnzellen mussten alle anstrengen, denn die touristische Ausfahrt war gesprickt mit so einigen Aufgaben.
Und schon beim Start kam Gänsehautfeeling auf. „Dieser satte Ton, das hat was“, schwärmte eine Besucherin als ein alter Porsche an ihr vorbeirauschte. Eine gelungen Jubiläumsausfahrt, bei der Jürgen und Barbara Padberg ihr eigenes Jubiläum feierten. Denn sie haben bislang jede einzelne ACA Ausfahrt mitgemacht.Seit 20 Jahren. Tina Nitsche

Die Sieger:
Als Sieger der Jubiläumstour gingen Ludger und Magdalena Keute hervor. Das älteste Auto war „Mäuschen“, der Toplino BJ 37 von Erhard Kutschmann. Das älteste Motorrad fuhr Horst Rüschenschmidt, eine Tonax 600 SV, BJ 34. Der älteste Traktor, war der Lanz Bulldog 709, BJ 1936, von Paul Rüther.

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Melodisch mit französischem Charme

Jürgen Hammelmann startet mit einem Citroen Feuerwehrauto zur ACA-Oldtimerausfahrt

ASCHEBERG. Von wegen schrill und abgehackt! Wenn Jürgen Hammelmann das Horn seines Citroen HY MTW in Gang setzt, erschallt ein melodischer Ton. Klangvoll, wie die französische Sprache. „Ja der Ton ist ein wenig speziell“, sagt der Ascheberger und grinst. Der 1973 erbaute knallrote frontgetriebene Wellblechbus ist sein ganzer Stolz und reiht sich als Oldie Nummer acht in seinen französischen Oldtimer-Fahrzeugpark ein. „Ich habe das Fahrzeug im Internet entdeckt, da stand es in Frankreich zum Verkauf“, erzählt Hammelmann. Doch er war zu spät, das knallrote Auto war bereits weg. 2010 tauchte dann genau dieses Fahrzeug im Schwarzwald wieder auf. „Und da habe ich zugeschlagen.“ Seitdem ist der Mannschafts-Transport-Wagen, der übrigens zu seinen aktiven Zeiten im Elsass die Blauröcke zum Einsatzort fuhr und 74 200 Kilometer auf dem Buckel hat, im Besitz von Jürgen Hammelmann. Viel zu machen brauchte der Oldtimerliebhaber an seinem „Schätzchen“ nicht. „Er läuft einwandfrei. Gut wenn man jetzt genau hinschaut, sieht man an manchen Stellen Patina“, sagt er. Doch dafür muss man das Gefährt schon genau unter die Lupe nehmen, auf den ersten Blick springt dem Betrachter ein ungewöhnliches Fahrzeug ins Auge. Eines, das so ganz ohne Hightech auskommt. Und genau das ist es was Jürgen Hammelmann fasziniert. „Wenn da was am Motor wäre, dann kann ich selbst Hand anlegen.“ Das gilt auch für seine anderen Franzosen. Die Vorliebe für Citroen, die hat sich entwickelt. „1983 habe ich mit einer Ente am ersten Welttreffen in Xanten teilgenommen“, streicht er über die rote Außenhaut seines Feuerwehrautos. Danach war erst einmal Pause, 2004 startete er wieder durch, begann zu schrauben und fuhr zu Weltreffen nach Schottland oder Tschechien. Auch beim ACA Oldtimertreffen ist er ein bekanntes Gesicht. Da war er u.a. mit seinem Citroen 2 CV Kastenwagen, BJ 1961 dabei, 2013 dann mit dem Mannschaftswagen. „Und da haben wir direkt den Gesamtsieg eingefahren.“ Auch am heutigen Samstag lässt Hammelmann den französischen Charme spielen. Auf den blauen Kunstlederbänken im hinteren Teil nehmen Peter Teermann, Harald Friemann und Arno Bentlage Platz. Über sich die original Trage, die unter der Decke befestigt ist und noch einen leichten Brandgeruch von den vielen Einsätzen verströmt. Hinterm Steuer des 58 PS-starken Gefährts: Jürgen Hammelmann, begleitet vom Klang des französischen Horns. Tina Nitsche