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Der Kampf mit der Bürokratie

Schausteller Robert Heitmann spricht über harte Zeiten
ASCHEBERG. Einfach geht anders! Das steht fest!
Denn das Jahr 2015 hat sich bislang alles andere als gut für die Schausteller präsentiert. Viel Arbeit, fehlendes Personal, oftmals leere Plätze und dazu noch Unmengen an Papierkram. Die Bürokratie lässt grüßen.
Nicht ganz unschuldig daran, ist das Mindestlohngesetz. Dieses beschert den Schaustellern jede Menge schriftlichen Aufwand. „Und macht es uns dazu noch schwer Personal zu bekommen“, erklärt Schausteller Robert Heitmann. Umso dankbarer ist er dem Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), Albert Ritter. „Denn der hat sich wirklich eingesetzt, um hier einige Erleichterungen für uns zu schaffen“, weiß Heitmann, der selbst als Bundesfahnenoffizier im DSB tätig ist und nicht nur einmal Albert Ritter begleitet hat. „Nein, mit der Frau Nahles hat unser Präsident einige Male kommuniziert.“ Und das mit Erfolg, denn zum 1. August, gibt es zumindest schon einmal eine kleine Änderung, was die Hilfe der Familienmitglieder anbelangt. „Aber ansonsten, reicht uns das Mindestlohngesetz nicht gerade zum Vorteil’“, macht Heitmann deutlich. Denn sie beschert zusätzlichen Papierkram, der aufgrund der neuen DIN-Norm im vergangenen Jahr sowieso schon angestiegen ist.
„Neben Protokollen von Kühltemperaturen, DIN-Nummern und Reinigungsschläuchen, müssen wir nun detailliert Stundenzettel ausfüllen“, so Heitmann. Damit sei ja noch klar zu kommen, ebenso wie mit dem Mindestlohn an sich. „Der ist für uns eh kein Thema“. Das Problem liegt vielmehr in den Arbeitszeiten begründet. „Wenn wir spielen, hat der Tag mehr als acht Stunden, nur die Aushilfen und Angestellten dürfen nicht länger arbeiten“. Vor der Verabschiedung des neuen Gesetztes haben die Schausteller ihre Leute monatlich pauschal bezahlt. „Kost und Logis war frei, die Krankenversicherung lief über uns, das heißt die Leute hatten, je nachdem was sie für einen monatlichen Lohn hatten, gehen wir jetzt zum Beispiel mal von 1200 Euro aus, diese 1200 Euro bar auf der Hand.“
Nun jedoch mit dem neuen Gesetz, werden sie nach Stunden bezahlt, müssen sich selbst Krankenversichern, „und bei einigen Kollegen auch selbst für Kost und Logis aufkommen. Das macht die Arbeit wenig attraktiv, denn sie haben unterm Strich nicht mehr so viel Geld, stellen sich also schlechter.“
Die Folge sei daher, dass es für die Schausteller immer schwieriger werde, Leute zu bekommen. „Das Mindestlohngesetz zieht uns die Kräfte vom Platz.“
Nun steht die Ascheberger Jakobi-Kirmes an. „Und damit hoffentlich die Wende, denn sie gilt als Auftakt zu den Herbstveranstaltungen“, so Heitmann, der nicht nur hofft, sondern darauf baut, dass sich diese Veranstaltungen positiver abzeichnen, als das was das Jahr bis jetzt zu bieten hatte. „Ja, die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr kleinere Veranstaltungen im Bundesgebiet, entschuldige nun den Ausdruck, *kacken’ ab.“ Woran es liegt? Da spielen sicherlich viele Faktoren eine Rolle. Das neue Mindestlohngesetz und der größere bürokratische Aufwand, sind nur einige davon. Tina Nitsche

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