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Die Kneipen sind rar geworden….

Historische Kneipentour der Kolpingsfamilie Ascheberg offenbarte Erstaunliches
ASCHEBERG. Früher gingen der Schiedsrichter, der Hausmeister, der Musiker, der Fotograf, der Friedhofsgärtner oder der Anstreicher nach Dienstschluss gerne mal auf ein Feierabendbierchen. Ja, früher!
Heute ist das alles anders. Denn die Kneipen sind rar geworden. Und das obwohl es in Ascheberg davon mal jede Menge gab, wie Anstreicher, Friedhofsgärtner und Co. am Samstag auf der Kolping-Männerwanderung lernten. Da ging es nicht etwa über Stock und Stein, sondern back to the roots, in längst vergangenen Zeiten. Anke Richter-Weiß sei Dank. Denn die mischte sich als kundige historische Kneipenführerin als einzigste Frau unter die Männertruppe, bei der alle Generationen und unterschiedlichste Berufsbilder vertreten waren.
Zur Ausrüstung gehörte ein Bollerwagen, randvoll gefüllt mit den Sachen, die normalerweise am Tresen zu ergattern sind. Doch „davon gibt es in Ascheberg ja leider nicht mehr allzu viele“, bedauerten nicht nur Roland Pelster und Gunnar Westhoff. Dass das früher einmal ganz anders war, war vor allem für die jungen Teilnehmer fast ein bisschen unvorstellbar. Doch Anke Richter-Weiß belehrte sie alle eines besseren. Erster Stop, war an der Herberner Straße.
Und da gibt es sie noch: Eine der letzten Kneipen Aschebergs. Surmanns Hof. „Seit 1966 hier ansässig, früher war sie dort, wo heute Geiping ist“, so Richter-Weiß. Überhaupt war früher am Kirchplatz so etwas wie ein echtes Kneipen-Szenevieretel angesiedelt. Richter-Weiß erinnerte an den Gasthof Michel, besser bekannt als die „Bauernschänke“. Heute ist dort der Ascheberger Hundefriseur. Nebenan gab es die Gaststätte Hillmann, auf der anderen Seite die Gaststätte Forsthoff. Unweit entfernt auf der Sandstraße war zunächst das Alte Gasthaus Soddemann, woraus später „Surmann’s Hof“ wurde.

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Eine Rarität auf der Wanderung: An der Herberner Straße stießen die Männer dann an ihrer ersten Station mit Surmann’s Hof auf eine noch existierende Kneipe in Ascheberg. Eine, die seit 1966 dort angesiedelt ist und vorher mitten im Dorf ihren Platz hatte. Foto: Tina Nitsche

Die lebendige Kneipenkultur in der Mitte des Dorfes wurde überdies ergänzt durch Brauerei Dieninghof und die Brennerei Heydt. „Um 1800 gab es in Ascheberg sogar vier Bierbrauer und zwei Branntweinbrenner“, zauberte Richter-Weiß noch Zahlen aus dem Ärmel. Absolutes Markenzeichen war natürlich das Jagdschlösschen, das Ascheberg weit über die Ortsgrenzen bekannt machte. „Und das gerade dabei ist wieder in neuem Glanz zu erstrahlen“, freuten sich die Herren.
Auf der Steinfurter Straße erinnerte Anke Richter-Weiß an die ehemalige Gaststätte Fälker in der Osterbauer, an die noch existierende Kneipe Brüggemann und die einstige Gaststätte Klaverkamp. An der Bultenstraße stand die muntere Truppe dann vor gänzlich neuen Mauern, die sich mitsamt Baugerüst gen blauen Himmel schrauben. Dort war bis vor ein paar Jahren noch die Gaststätte Geismann.
Fahrschule in der Kneipe
Eine Gaststätte wo Vereine sich trafen und gerne gefeiert wurde. „Und eine, wo ganz früher sogar mal im hinteren Zimmer auch die Fahrschule Huesmann untergebracht war“, konnte sich Max Olbrich noch erinnern und damit sogar Richter-Weiß verblüffen. Doch heute, das wurde auf der Wanderung „Historische Kneipentour“ ganz deutlich, ist eben alles ganz anders. Kneipen sind rar geworden. Ein Feierabendbierchen können der Fotograf, der Musiker und der Schiedsrichter allenfalls noch im Erdbüsken in der Westerbauer, in der Breilklause (früher „Zur dicken Eiche“) oder aktuell noch im Goldenen Stern am Kirchplatz genießen. Tina Nitsche

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