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Die Bande der unbekannten Helden

Guido Kasmann fesselte die Kinder mit einer tollen Geschichte
HERBERN. Was tut ein Geschichtenerzähler, dem keine Geschichte mehr einfällt? Und vor allem was tun seine Helden, die er schon kreiert hat? Sie warten. Auf die passende Geschichte.
Einfach ist das nicht! Annika weiß wovon sie spricht. Guido Kasmann erst recht. Schließlich hat er eben genau diese Geschichte erfunden. Die von den Helden – für die es zunächst noch gar keine Geschichte gab. Ein ganz schönes Durcheinander, „und ein super Buch“, flüstert ein kleiner Junge und lässt sich von Guido Kasmann wieder in seinen Bann ziehen. Der Kinder- und Jugendbuchautor ist am Mittwoch in der Mariengrundschule Herbern zu Gast gewesen. Und das war ein ganz toller Schultag für die Drittklässler. Statt schreiben, lesen und rechnen habe sie vorgelesen bekommen.
„Von einem echten Autor“, wie einige stolz verkünden. Der Autor da vorne ist für einen Tag in seine einstige Berufswelt zurückgekehrt. Denn Guido Kasmann war Grundschullehrer, bevor er sich ganz der Kunst des Bücherschreibens zugewendet hat. „Und das kann der richtig gut“, finden die Drittklässler der Mariengrundschule.
Glucksend und lachend tauchten sie ein in die Welt von Annika, die ihren Papa in seinem Arbeitszimmer durch ein Guckloch in der Wand beobachtet. Heimlich versteht sich. Ihr Papa ist Kinderbuchautor Friedhelm Barnhelm. Der, der schon mal ganz erfolgreich ein Buch geschrieben hat und sich nun die Haare rauft, weil ihm nichts einfällt. Wenn er zaubern könnte, dann, ja dann wäre vielleicht alles gut. Doch was passiert stattdessen? Es plumpst ein Zauberer ins Arbeitszimmer. Und die Helden, die eigentlich ja nur auf eine passende Geschichte warten, in der sie dann eine Rolle spielen können, müssen mit Annika den Papa und die Welt vor dem bösen Zauberer retten. Ganz schön viel Arbeit.
Nicht nur im Buch, sondern auch für Guido Kasmann. Der bringt seine Geschichte „Die Bande der unbekannten Helden – rettet die Welt“ so lebendig rüber, dass er nicht nur die Kinder im Klassenzimmer völlig begeistert, sondern stimmlich fast sekündlich, in eine andere Rolle schlüpfen muss. Alleine dadurch erweckt er sein Buch quasi zum Leben. Die Kinder sind gefesselt. Können sich gar nicht mehr losreißen und manchmal auch gar nicht mehr aufhören zu lachen. Mit seiner Lesung – an der Mariengrundschule Herbern findet übrigens jedes Jahr eine Autorenlesung für die Drittklässler statt – hat Kasmann den Kindern einen unvergesslichen Morgen beschert. Und das mir einer Geschichte über einen Geschichtenerzähler, dem irgendwie so gar keine Geschichte einfällt. Gut, das es da die Helden des Alltags gibt! Tina Nitsche

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Wenn Opa mit Eiskönigin und Katze auf Kamelle-Jagd geht

Lauter kleine Narren bringen karnevalistischen Zauber in den Herberner Ortskern

Strahlend in den Karnevalstrubel. Foto: Tina Nitsche
Strahlend in den Karnevalstrubel. Foto: Tina Nitsche
Lilli Marie ging als kleine Punkerin. Foto: Tina Nitsche
Lilli Marie ging als kleine Punkerin. Foto: Tina Nitsche

HERBERN. „Wir ziehen durch die Straßen dieser Stadt…..“ – nicht Helene Fischer, sondern die kleinen Narren sind los! Singend, lachend, tanzend, schrill und bunt! Allen voran Pinguin Ulrike. Im Gepäck hat sie den richtigen Beat! Denn die Musikanlage zieht sie im Bollerwagen hinter sich her. Im Gefolge Opa Lucas, Eiskönigin Mia, Katze Jolina und „jetzt muss ich eben nachschauen – ach ja ich bin eine Pantomime“, erklärt Emily.
Ein buntes Völkchen macht sich Altweiberfastnacht auf den Weg und zaubert karnevalistisches Flair in den Herberner Ortskern. Wo all die kleinen Narren herkommen? „Na aus der Grundschule natürlich“, ruft eine kleine Prinzessin. Und genau dort sind sie auch gestartet, die kleinen Jecken. Sehnlichst erwartet von den Bürgern.
„Die Hände zum Himmel“, geben die „Kolibris“ genau im passenden Moment musikalisch die Parole aus und die Kinder lassen sich nicht zwei Mal bitten. Schließlich fliegen da die Popcorn-Tüten aus den Fenstern und die Kamelle vom Straßenrand. „Opa“ Lucas zieht seinen Hut und ganz ohne Zutun füllt dieser sich von selbst. Punkerin Lilly Marie taucht aus den Tiefen des Zuges auf – strahlend und mit reicher „Bonbon“-Ausbeute. Selbst der kleine schwarze Engel Nelly geht nicht leer aus.
Ein Schalker wird an der Südstraße gesichtet und gleich umringt. „Der hat ganz viel Süßes“ , greift ein kleiner Schlumpf gutgelaunt zu. Goldene Haare, venezianische Brillen, bunte Perücken und ausdrucksstark geschminkte Gesichter – die Grundschüler „sie zaubern Freude in den Ort“, erklärt eine Besucherin am Wegrand und lässt es umgehend Bonbons regnen. Glücklich ziehen die kleinen Piraten, Indianer, Prinzessinnen, Tiger und Clowns mit den anderen Phantasiegestalten weiter. Mittendrin statt nur dabei: Polizist Udo Melzer. „Verkleidet natürlich“, weist er lachend auf seine Dienstuniform. Die Mütze wird von einer roten Rose geziert. Als die Narren nach einem „erfolgreichen Bonbon-Beutezug“- Marsch wieder an der Mariengundschule ankommen, kehren sie dort nicht ein. Nein, sie nehmen Kurs auf das Altenheim und wollen auch dort etwas von dem karnevalistischen Zauber da lassen. Lachend und plappernd ziehen sie dorthin. Zugegeben, manch einer ein wenig atemlos durch das viele Bücken und Laufen! Tina Nitsche