Schlagwort-Archive: Netzt

Sicher im Netz

Projekt „Contra Cybermobbing“ kam gut an bei den Schülern
HERBERN. Auf einmal steht ein Foto im Netz, das da eigentlich nicht hingehört. Schlimm ist es vor allem dann, wenn die dort abgelichtete Person davon noch nicht einmal etwas weiß und alle anderen sich auf ihre Kosten amüsieren. Lisa ist das passiert. Sie wurde im Netz gemobbt. „Ich war niedergeschlagen, die blöden Kommentare und die Lästerei“, beschreibt die Schülerin ihre Gefühle. „Es war unangenehm.“ Damals war die Schülerin, die heute die neunte Klasse der Theodor-Fontane-Hauptschule besucht 15 Jahre alt. Die Täter waren ehemalige Klassenkameraden. Lisa hat nicht geschwiegen. Sie hat zu Hause mit ihren Eltern darüber gesprochen.
„Und genau das ist der richtige Weg“, verdeutlichten Christoph Horsthaus und Lisa Thoben, Referenten der KSJ (Katholische Studierende Jugend Münster e.V.)
Sie waren mit dem gruppendynamischen Präventionsangebot „Contra Cybermobbing“ am Mittwochmorgen in der Theodor-Fontane Hauptschule. Zum zweiten Mal in dieser Woche. Denn bereits am Montag kam die achte Klasse in den Genuss dieses Projektes, das übrigens von Schulsozialarbeiterin Uta Kerckhoff an die Schule geholt wurde.
Erfahrungen werden dabei nicht in den Vordergrund gestellt. „Wir arbeiten präventiv“, sagt Referentin Lisa Thoben. Die neunte Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Dabei wurde dann zunächst einmal die Mediennutzung als solche analysiert. Und dabei stellte sich heraus, dass die Herberner Schüler dabei nicht aus dem Raster fallen, sondern ihr Verhalten dem entsprechender Vergleichsstudien entspricht. Doch was eigentlich genau ist Cyber-Mobbing? Auch dieser Frage gingen die beiden Dozenten nach und erläuterten, dass es sich dabei um Mobbing im Netz handelt. „Die Täter verstecken sich dabei jedoch hinter der Anonymität und das macht es schwer sie ausfindig zu machen“, so Lisa Thoben. Problematisch dabei ist jedoch, dass die Täter einfach mit der Gewalt spielen, da sie vom Opfer keine Reaktion sehen können. Das Besondere bei Cybermobbing: Es passiert rund um die Uhr, man ist nirgends geschützt. „Selbst wenn man offline ist geht es weiter“, machte Christoph Holthaus deutlich. Die beiden Dozenten sensibilisierten die Jugendlichen für das Thema, gaben ihnen Tipps an die Hand, was sie tun können, wenn sie selber betroffen sind. Lisa hat in ihrem Fall richtig gehandelt. Sie hat nicht geschwiegen, sondern sich an ihre Eltern gewandt. „Ihr könnt Euch aber auch Hilfe bei Sozialarbeitern, Lehrern oder der Polizei holen“, ermutigte Lisa Thoben. Auch der umgekehrte Fall war Thema. Das Referentenduo zeigte auf, was die Schüler unterstützend tun können, wenn sie Betroffene kennen. „Nicht auf den Zug mit aufspringen, sondern klar und deutlich sagen, dass Cybermobbing falsch ist. Rollenspiele, ein Eckenspiel und ein Film rundeten das Projekt ab, das alle Schüler, wie sie einheitlich zugaben, mehr als interessant fanden. „Es hat uns richtig was gebracht.“ Tina Nitsche

Werbeanzeigen