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Faszinierende Berufswelt!

Profilschullehrer haben als Praktikanten in der freien Wirtschaft wertvolle Erfahrungen gesammelt
ASCHEBERG. Die Hände versinken in der roten Marinade. Vorsichtig zieht Eddy Tietchens ein Stück Hähncheninnenfilet aus der mit der roten Sauce gefüllten weißen Schüssel. Fleisch statt Bücher und Kreide lautet das erklärte Motto für den Naturwissenschaftslehrer am Dienstagmorgen.
Denn wie seine Kollegen absolviert er ein Betriebspraktikum. Dabei hat sich Lehrer Tietchens in die „heiligen Hallen“ von Altgesellen Fleischer Matthias Reker gewagt. Hier taucht er für ein paar Stunden ab in einen Beruf, für den zur Zeit die Nachfrage nicht so hoch ist, „der aber deutlich interessanter ist, als viele Schüler glauben“.
Diese Erfahrung hat Eddy Tietchens auf jeden Fall mitgenommen. Die Atmosphäre ist entspannt, das Radio dudelt. „Da werden wir nebenher noch mit Nachrichten versorgt“, sagt Tietchens grinsend. Von Matthias Reker lernt er, dass das Berufsbild Fleischer aufgeteilt ist in Fleischer produktionsbetont, schlachtbetont und verkaufsbetont. Reker ist dabei der verkaufsbetonte Fleischer. Für Eddy Tietchen selber ist die Berufswelt außerhalb des Lehrerbildes nichts Neues, denn er hat von Lagerarbeit bis hin zur Kommission schon viel angepackt. „Aber da bin ich eher die Ausnahme“, gibt er zu.
In der Obst- und Gemüseabteilung
Während er sich in der Fleischküche verdingt, hat Kollege Carsten Nas vorne im REWE-Markt richtig zu schleppen.

Nach dem in der Abteilung Obst- und Gemüse die Arbeit erledigt war, kümmerte sich "Praktikant" Carsten Nas um die Sortierung und den neuen Aufbau des Chips-Sortiments. Foto: Tina Nitsche
Nach dem in der Abteilung Obst- und Gemüse die Arbeit erledigt war, kümmerte sich „Praktikant“ Carsten Nas um die Sortierung und den neuen Aufbau des Chips-Sortiments. Foto: Tina Nitsche
Um sechs Uhr ist er seinen Dienst angetreten. „In der Abteilung Obst- und Gemüse bin ich gestartet, das passt zu mir als Vegetarier“. Abteilungsleiter Thomas Schürmann hat den „Praktikanten“ an die Hand genommen und ihm auch Warenkunde vermittelt. Nas ist fasziniert über die umfangreichen Einblicke und die Vielseitigkeit des Berufes Einzelhandelskaufmann. „Als Lehrer muss ich wissen was am Arbeitsmarkt läuft. Gerade bei uns. Wir schauen wo die Stärken der Schüler liegen und welcher Job zu ihnen und ihrem Profil passen könnte.“
Ihre gemachten Erfahrungen in der Marienapotheke kann auch Mathelehrerein Nicola Sommer in den Unterricht einfließen lassen. „Hier wird ein so breites Spektrum abgedeckt, das reicht vom Umgang mit Menschen bis hin zu Chemiekenntnissen und Laborarbeit“, ist sie fasziniert von der Vielseitigkeit in der Apotheke.
Am Dienstag hat sie mit der PTA, PKA (Pharmazeutisch Technische Assistentin) und der Apothekerin gleich drei Berufsbilder kennengelernt. Referendarin Maira Heuser hat unterdessen erfahren, dass es im Bäckerhandwerk nicht nur damit getan ist „Brötchen aus dem Ofen zu holen“. Unterdessen hat sich Kollegin Regine Langendorf einen Einblick in das Berufsbild Buchhändler verschafft.
Doch diese Berufe waren nur vier von ganz vielen Berufen, die die Lehrer der Profilschule am Dienstag kennen gelernt haben. Dabei sind sie in unterschiedlichste Bereiche abgetaucht. Und manchmal eben auch mit den Händen in rote Marinade! Tina Nitsche
Dank Apothekerin Annette Erpenbeck (r.) lernte Profilschullehrerin Nicola Sommer in der Apotheke gleich drei Berufsbilder kennen. Foto: Tina Nitsche
Dank Apothekerin Annette Erpenbeck (r.) lernte Profilschullehrerin Nicola Sommer in der Apotheke gleich drei Berufsbilder kennen. Foto: Tina Nitsche

Regine Langendorf lernte den Beruf des Buchhändlers bei Bücher Schwalbe kennen. Foto: Tina Nitsche
Regine Langendorf lernte den Beruf des Buchhändlers bei Bücher Schwalbe kennen. Foto: Tina Nitsche

Maira Heuser (l.) lernte viel von Bäckereifchverkäuferin Ela Kaiser (r.). Foto: Tina Nitsche
Maira Heuser (l.) lernte viel von Bäckereifchverkäuferin Ela Kaiser (r.). Foto: Tina Nitsche

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