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Diese Praktikanten verblüffen

Neuntklässler der Profilschule tauchen gezielt in die Berufswelt ein
ASCHEBERG/HERBERN. Seit eineinhalb Wochen drücken die Neuntklässler der Profilschule nicht mehr die Schulbank. Sie machen statt dessen praktische Erfahrungen und lernen die Vielfalt der Berufswelt kennen. Und dabei verblüffen die rund 125 Schüler die vielen Unternehmer in der Gemeinde, bei denen sie ihr Praktikum absolvieren.
„So zielgerichtet habe ich selten einen Praktikanten erlebt“, sagt Bernd Heitmann, Inhaber vom gleichnamigen Blumenfachgeschäft. Diese Schüler wissen genau was sie wollen.
So wie Svenja Heubrock beispielsweise, die einmal Friseurin werden will. Sie darf sogar schon Farbe anrühren und auftragen. Friseurmeisterin Elke Schwartländer ist begeistert, dass sich ihre Praktikantin schon so detailliert mit dem Berufsbild Friseur auseinandergesetzt hat und lobt wie Raiffeisen-Marktleiter André Mürmmann die Selbstinitiative und das hohe Verantwortungsbewusstein, mit dem die Schüler zu Werke schreiten.

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Simone Lütkenhaus hat ihre Schüler für drei Wochen in die Berufswelt entlassen, nachdem sie sie bestens darauf vorbereitet hat. Foto: Tina Nitsche

Für Lehrerin Simone Lütkenhaus eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit. „Die Unternehmen spiegeln uns, das unsere jahrelange Arbeit Früchte getragen hat“, sagt Lütkenhaus, die maßgeblich die Berufsorientierung an der Profilschule vorantreibt. Dass das Konzept der Schule aufgeht, bestätigt sich beim ersten mehrwöchigen Praktikum. Immerhin werden die Kinder bereits in der fünften und sechsten Klasse mit Projekten wie „Sozial-Genial“ oder „Starke Seiten“ auf das Berufsleben vorbereitet. Die Werkstätten und die Schülerfirma tun ihr übriges dazu.
Das Resultat: Viele Schüler verfügen schon über eine breite Bandbreite an Erfahrungen. „Sie haben schon viel gesehen und das mit 14 und 15 Jahren“. Für Lütkenhaus hatte dieses erste große Praktikum auch ein bißchem mit Loslassen zu tun. „Irgendwie sind es ja alles meine Kinder“, gibt sie zu, das sie die ganze Zeit mit ihnen in Verbindung steht.
Viele Schüler haben sich ihr Praktikum ganz gezielt nach ihrem Wunschberuf ausgesucht. Und nicht nur Svenja Heubrock hat dabei für sich die Bestätigung erlangt: „Ja, das ist es“. Mehr noch: Sie kann sogar, wenn sie will bei Elke’s Haarwerkstatt ihre Ausbildung machen. Tina Nitsche

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Für Lucas Brune steht schon nach einhalb Wochen Praktikum in Lüningmeyers Backstube fest: Der Beruf des Bäckers interessiert mich. Gmeinsam mit Nils Hülsmann durfte er auch schon einige Arbeiten verrichten. Foto: Tina Ntische

Als wir Lucas Brune (15) in der Backstube der Bäckerei Lüningmeyer besuchen, zeichnen sich auf seiner weißen Schürze deutliche Arbeitsspuren ab. Der Profilschüler blickt an sich runter und lacht fröhlich: „So ist das eben, wenn man arbeitet.“ Er lernt gerade das Berufsbild Bäcker näher kennen und ist begeistert. Ausgesucht hat er sich das Praktikum, weil ihn das Metier interessiert. „Ich koche und backe gerne, interessiere mich für Lebensmittel und hier treffen fast alle Komponenten zusammen.“ Momentan erscheint er jeden Morgen pünktlich um 6 Uhr in der Backstube. „Aber als Bäcker müsste ich früher aufstehen, denn die beginnen schon um 3 Uhr“. Lucas stört das nicht. Er sieht in diesem Handwerk ein Beruf mit Zukunft und mit Potential. „Essen tun die Leute immer“, sagt er. Die Arbeit hat er sich zugegebenermaßen ein wenig leichter vorgestellt, „dafür ist sie vielseitig“, meint er lachend und verfeinert einen Teigrohling mit Streuseln. Die Arbeit macht ihm Spaß, vor allem da er in einem wie er verrät, sehr netten Team arbeitet. „Und das schönste ist, dass ich, obwohl erst eineinhalb Wochen des Praktikums um sind, schon jetzt darin bestätigt bin, dass dies mein Job wäre.“ Tina Nitsche

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Larissa Kok ist ihrem Traumberuf ein Stückchen näher gerückt. Denn im Rahmen des Praktikums kann sie praktisch testen, ob der Beruf der Kosmetikerin tatsächlich etwas für sie ist. Foto: Tina Nitsche

Larissa Kok (15) interessiert sich für Kosmetik. Logisch, dass sie sich in diesem Bereich einen Praktikumsplatz gesucht hat. Beim Instyle-Kosmetikinstitut darf sie mit einer Maniküre auch schon kleiner Aufgaben übernehmen. „Ich wollte sehen, ob dieser Beruf etwas für mich ist und jetzt kann ich sagen, es ist es.“ Sie hat sich genau informiert, weiß dass die Ausbildung drei Jahre währt, aber das die Arbeitsmöglichkeiten anschließend durchaus vielfältig sind. „Ich kann im Institut aber auch in Hotels oder Wellnessanlagen arbeiten.“  Tina Nitsche

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Eigentlich will Mick Wiegand einmal den Beruf des Biologen ergreifen. Sollte das nicht klappen, hat er dank seines Praktikums beim Malerbetrieb Mangels eine echte Alternative. Denn was viele nicht wissen auch hier gehen die Perspektiven über LEhre, Meister und Studium weit über das Handwerk hinaus. Foto: Tina Nitsche

Nick Wiegand (14) hat einen festen Berufswunsch. Er möchte am liebsten Biologe werden. In seinem Praktikum probiert er jedoch etwas vollkommen anderes aus. „Da lerne ich das Berufsbild des Malers kennen“. Und dabei tun sich ungeahnte Perspektiven auf. „Dank der vielen Gespräche mit dem Gesellen der Malerfirma Mangels, Tim Heubrock“. Denn was Nick nicht wusste, dass er sogar ein duales Studium absolvieren kann, bei dem er Ausbildung, Meister und Betriebswirt im Handwerk in einem Abwasch meistern kann. Anschließend hätte er dann sogar noch die Möglichkeit seinen Innenarchitekten hinterher zuschieben. Für Nick steht fest: „Klappt es mit dem Biologen nicht, dann ist das für mich die echte Alternative“. Tina Nitsche

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Svenja Heubrock darf sogar schon eine Haartönung vornehmen. Für sie steht schon jetzt fest: Friseur, das ist mein Ding. Denn dieser Beruf hat schließlich noch sehr viel mehr Perspektiven zu bieten. Foto: Tina Nitsche

Svenja Heubrock (15) absolviert ein Praktikum in Elke’s Haarwerkstatt. Gezielt. „Denn Friseur, das ist die Richtung in die ich gehen will.“ Schon jetzt konnte sie festestellen, wie vielseitig der Beruf ist. Was für Anforderungen an diesen Job gestellt werden, hat sie zuvor genauestens recherchiert. „Genau wie die Perspektiven nach der Ausbildung“, sagt sie. Sie hat die Möglichkeit ihren Meister zu machen. „Ich kann aber auch Richtung Coloristin, Make-up-Artist oder Maskenbildnerin gehen“, sagt sie. Und eben diese vielen Perspektiven reizen sie am Beruf des Friseurs. Tina Nitsche

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Larissa Perzborn findet es sehr interressant was an Aufgaben hinter der Theke der Bäckerei anfällt. Es ist ein ganz anderer Blickwinkel, der sich ihr offenbart. Aber einer, der Spaß macht. Foto: Tina Nitsche

Larissa Petzborn (15) lernt den Beruf der Bäckereifachverkäuferin in der Bäckerei Lüningmeyer kennen. Auf die Idee ist sie durch ihre Lehrerin Simone Lütkenhaus gekommen. „Die hat hier auch einmal ein Praktikum gemacht und war so begeistert.“ Larissa fasziniert an ihrem Praktikum vor allem eines: „Ich finde es interessant was an Aufgaben hinter der Theke anfällt, sonst sieht man die Abläufe ja nur aus der umgekehrten Richtung, wenn man davor steht.“ Dieses Praktikum, das ihr sehr viel Spaß macht, verbucht sie für sich als eine wertvolle Erfahrung. Ihre Berufswünsche hingegen sehen ganz anders aus. „Ich möchte viel reisen und etwas mit Sprachen machen“, hat sie sich da schon festgelegt. Dennoch freut sie sich, über all das, was sie als Praktikantin hinter der Brottheke lernen darf. Ihre Aufgaben sind vielfältig. „Kunden bedienen, Backwaren verkaufen, Brötchen aus dem Ofen nehmen, wobei ich mir auch schon die Finger verbrannt habe“, gibt sie lachend zu. Faszinierend ist für sie vor allem die Kommunikation und das menschliche Miteinander. Und eines steht fest, auch wenn die Bäckereifachverkäuferin nicht ihr erklärtes Berufsziel ist: „Als Nebenjob würde ich das jederzeit gerne machen.“ Tina Nitsche

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