Archiv der Kategorie: Menschen

Kein König, kein Kaiser – ein Imperator regiert!

Bürgerschützen Ascheberg: Norbert Rüschenschmidt schrieb Vereinsgeschichte
ASCHEBERG. Er zielte genau einmal, öfter nicht. Doch genau dieser eine Schuss um 19.13 Uhr – er saß. Königsvogel „A-Verrnarr“ flatterte zu Boden und Norbert Rüschenschmidt schrieb Schützengeschichte.
„Wir haben keinen König, wir haben auch keinen Kaiser…“, liefen die Telfondrähte gleich nach der zugegebenermaßen ungeplanten Tat heiß. Was sie nun haben, die Bürgerschützen Ascheberg?
„Nennen wir es Imperator“, drückten es die beiden Vize-Präsidenten Patrick Drees und Dietmar Panske schlichtweg aus. Denn eine Majestät, die drei Mal auf den Königsthron steigt, das ist einmalig.
Der frischgebackene Imperator jedoch, er war erst einmal perplex. „Der König war geplant, der Kaiser war geplant, aber der Imperator, der war es jetzt (noch) nicht“, gab der 57-Jährige zu. Eine Tat, die eine ganze Palette an Emotionen auslöste. Lachen, Tränen…. die neue Majestät im Wechselbad der Gefühle. Zunächst. Es dauerte ein Zeitchen, bis er alles realisiert hatte.
Der richtige Zeitpunkt
Und damit wären wir bei der Frage des richtigen Zeitpunkts. Eine Frage, die Schießmeister Franz-Josef „Grobi“ Grobecker bereits vor der Tat am späten Nachmittag an der Schützenstange erörterte. „Es passt nie und dann hinterher doch immer….“, gab er seine Erfahrungswerte preis. Und ja, im nachhinein hatte so mancher Schütze eben genau über diese Frage nachgedacht – und es dann dabei belassen. Ein Grund wohl, warum die Königsanwärter nicht unbedingt Schlange an der Vogelstange standen.
Norbert Rüschenschmidt kam um Sarah Kleps zu unterstützen. Eigentlich. Doch dann legte er selber an und traf. Mit dem 256. Schuss um 19.13 Uhr.
Erste Reaktion: Ein ungläubiger Blick Richtung Kugelfang. Aber da oben hing nichts mehr. Der hölzerne Vogel lag am Boden und Norbert Rüschenschmidt konnte es irgendwie nicht fassen.
„Ich komme ja nicht oft hier hoch, eigentlich genau zum dritten Mal, aber heute ist es das erste Mal, dass ich überrascht bin“, bahnte sich wenig später Ehefrau Marita den Weg an die Vogelstange.
Mit zu den ersten Gratulanten zählte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, der im übrigen ebenfalls einen Volltreffer landete. Denn mit seinem Schuss nahm der erste Bürger dem Königsvogel direkt die bunte Narrenkappe, die Vogelbauer Manfred Reckel diesem aufgesetzt hatte.
Nachdem sich Norbert Rüschenschmidt von seiner ungeplanten Tat „erholt“ hatte, landete er nur drei Jahre nach seinem Kaiserschuss erneut auf den Schultern seiner Schützenbrüder.
Abends im Festzelt wurde die Geschichtsträchtigkeit dieser Tat dann noch einmal deutlich, als Patrick Drees und Dietmar Panske zur Königsproklamation schritten. „In 340 Jahren haben wir das noch nicht erlebt, zumindest geben die Vereinsgeschichtsbücher es nicht her“, so Patrick Drees. „Wir haben eine neue Majestät, kein König, keinen Kaiser und ich bin mir nicht ganz sicher was wir überhaupt haben. Nennen wir es doch einfach erst einmal Imperator. Eine Amtsbezeichnung die entstanden ist, als wir uns zu deiner Kaiserzeit lieber Nobbi vor drei Jahren gefragt haben, was passieren würde, wenn du noch einmal den Vogel abschießt“, so Drees weiter.
Die Bürgerschützen Ascheberg haben nun wie gesagt weder einen König, noch einen Kaiser. Es regiert jetzt Imperator Norbert Rüschenschmidt mit Ehefrau Marita, der versprach: „Wir werden ein super Fest feiern.“ Sie übernehmen nun das Amt, das Birgit Weber so beeindruckend nach dem Tod ihres Mannes Frank weitergeführt hat. Tina Nitsche

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Werbeanzeigen

Schrill, schräg und so emotionsgeladen…

es war einmal in Amerika – die Tanzaufführung der Tanzwerkstatt Ruhmöller
ASCHEBERG/WERNE. Ja, das waren noch Zeiten, als die Zeitungsjungen das Straßenbild New Yorks prägten und die Kindermädchen magische Fähigkeiten hatten. In Amerika war eben alles ein bisschen anders. Das Geld lag quasi auf der Straße und nicht nur einer hat es vom Tellerwäscher zum Millionär gebracht.
Amerika – das Land der Träume, magischer Anziehungspunkt vieler, vor allem in den 50er Jahren. Und genau dorthin haben 298 Tanzschüler am Wochenende ganze Generationen entführt.
„Es war einmal Amerika“ unter diesem Titel stand die Tanzaufführung der Tanzwerkstatt Ruhmöller im Kolpinghaus Werne, die ihres Gleichen suchte. Mitreißend, emotionsgeladen, mal schrill, durchaus auch mal schräg, vor allem aber berührend und facettenreich zogen die Tänzer das Publikum von Anbeginn an in ihren Bann.
Sie erzählten die Geschichte der drei Freunde Estée Lauder, Rosie Menzonie und Shannon Donelly, die ihre Heimat verlassen haben und in Amerika ihr Glück suchen. Ihre Wege trennen sich. Zunächst. Und damit kommen wir zur alles entscheidenden Frage: Hält Freundschaft eigentlich ein Leben lang, auch wenn man sich im Land der Träume eine Zeit lang aus den Augen verliert?
Die drei Freunde beschreiten ihren Weg. Zielstrebig. Und dabei vergessen sie nicht ein Bild zu zeichnen, dass das Publikum in eine Zeit zurückkatapultiert, als Jungverliebte nachts durch den Central Park schlenderten und Rollschuhfahrer dort für ein buntes Bild sorgten. Tänzerisch versteht sich. Der Central Park war Ort des Geschehens im ersten Teil.

20-tani-tanzwerkstatt ruhmöller-bearb-kl
Die Tänzer weckten Emotionen und begeisterten mit ihrer Darbietung. Foto: Tina Nitsche

Die Zuschauer tauchten ein, in eine Welt, in der sich die Reichen unten im Kosmetikinstitut von Estée Lauder sportlich auf die Shopping-Tour vorbereiteten und Mary Poppins mittels Regenschirm währenddessen für die Kindererziehung sorgte. An der Wall Street – wo der zweite Teil der Aufführung spielte – regierten das Geld, das süße Leben in Form von Candy-Shops aber auch die Mafia Gangs. Die Tänzer zeichneten dabei ein eindrucksvolles Bild in dem sie sich zahlreicher Elemente des Tanzes, darunter Modern Dance, Jazz, Hipp-Hopp und Ballett, bedienten.
Die Geschichte sorgte für Emotionsvielfalt: Riesenapplaus wechselte mit Freudentränen und denen der Rührung. Lisa Schürmann führte dabei als Geschichtenerzählerin durch das Programm. Eines, das seinen Höhepunkt in den Kämpfen der Gangs fand: Iren, Amerikaner und Italiener trafen an den Docks zusammen. Eine Begegnung, die in Wiedersehensfreude und herzlichen Umarmungen endete. Denn die Anführer der Gangs waren besagte drei Freunde, die sich damals im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufmachten, um ihren Weg zu gehen und sich nach Jahren an den Docks wiedertrafen.
Und dort beantworteten sie dann auch die eingangs gestellte Frage: Wahre Freundschaft ist etwas besonderes und Unerschütterliches. Die Tänzer machten mit ihrer exzellenten Darbietung eindrucksvoll klar, dass es doch Liebe und Freundschaft sind, die heute noch die gleiche Bedeutung haben, wie damals in Amerika. Tina Nitsche

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mit Schuhen auf neuen Wegen

Ruth Uckelmann wagt den Schritt in die Selbstständigkeit
ASCHEBERG. Die Fenster sind abgeklebt. Ein Durchblick ist nicht mehr möglich. Die Türen sind geschlossen. Für vier Tage.
Doch hinter eben diesen Türen und Fenstern wird nun emsig gearbeitet und geräumt. Neue Schuhe sind eingetroffen. Mit ihnen wandelt Ruth Uckelmann nun quasi auf neuen Wegen. Ihr Weg führt dabei in diesem Falle in die Selbstständigkeit. Denn sie übernimmt Schuh Neuhaus. Ab Freitag, 1. März.
Ja, sie wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Und das mit einem Produkt von dem sie sehr viel versteht. Schließlich hat sie Ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Nach der Ausbildung im Schuheinzelhandel ist sie ihrer Linie treu geblieben. „Schuhe sind eben mein Ding“, sagt die Aschebergerin und lächelt. Und das seit nunmehr 30 Jahren. Denn im August wäre sie nun drei Jahrzehnte bei Schuh Neuhaus gewesen.

Und da kam das Ende dieser Ära im Dezember für Ruth Uckelmann natürlich überraschend, als der bisherige Inhaber Frank Neuhaus sie von seinen neuen Plänen in Kenntnis setzte. „Klar hätte ich als Angestellte arbeiten können, Angebote lagen da vor“, erzählt sie. Aber sie hat sich anders entschieden.
Auch um vor Ort ein wichtiges Angebot aufrecht zu erhalten. Angst hat sie nicht. „Wieso auch? Ich kenne die Materie in und auswendig.“

Foto: Tina Nitsche
Ruth Uckelmann beschreitet neue Wege. Sie übernimmt Schuh Neuhaus. Foto: Tina Nitsche

Vielmehr ist sie dankbar, dass ihr alter Chef Frank Neuhaus ihr diesen Weg ermöglicht hat. „Das ist auch nicht selbstverständlich.“ Von Montag, 25. Februar bis Donnerstag, 28. Februar, bleiben nun die Pforten von Schuh Neuhaus geschlossen. Am 1. März heißt es dann ab 9 Uhr: Wiedereröffnung. Der bewährte Name Schuh Neuhaus bleibt. Die Inhaberin hat sich geändert. Wobei für die Kunden dann nach wie vor ein ganz bekanntes Gesicht am Start ist. Denn immerhin hat Ruth Uckelmann fast alle auch in den vergangenen 30 Jahren beraten. Da allerdings noch als angestellte Schuhfachverkäuferin.

Ab 1. März führt sie dann Regie. Selbstständig. Der Laden selbst wird sich nicht groß verändern. Denn Umbaumaßnahmen führt Uckelmann nicht durch. Wohl aber ändert sich manches in der Produktpalette. Denn hier wartet Ruth Uckelmann mit Neuerungen auf. Was genau die Kunden dann erwartet, dass erfahren sie ab Freitag, wenn sich die Türen von Schuh Neuhaus wieder öffnen. Ab 9 Uhr sind dann alle herzlich zur Wiedereröffnung eingeladen, zu der Uckelmann auch einen Willkommensgruß bereithält. Tina Nitsche 

Öffnungszeiten Schuh Neuhaus:

Montags bis freitags: 9 Uhr bis 12.30 Uhr, 14.30 Uhr bis 18 Uhr
Samstags: 9 Uhr bis 13 Uhr

Wird das eine Gaudi

Kolpingsfamilie Ascheberg lädt zum ersten Tiroler Frühschoppen / Kartenvorverkauf ist gestartet
ASCHEBERG. Die Kolping-Aprés-Ski Party ist legendär. Doch was sich in diesem Jahr an die beliebte Veranstaltung anschließt, „das wird echt ein Kracher“, sagt Martin „Boat“ Weiß (Kolpingvorstand). Denn erstmals steigt in Ascheberg der Tiroler Frühschoppen. Was Weiß in diesem Zusammenhang mit „Kracher“ meint, dass ist ein wahrer musikalischer Leckerbissen. Verantwortlich dafür: Sieben Musiker aus Österreich. Oder besser gesagt die Livekapelle „Klobnstoana“.
Die Kolpingsfamilie holt sie nach Ascheberg und sorgt so dafür, dass die Bretter gleich zwei Tage lang beben. „Nicht nur bei der Aprés-Ski-Party am 23. März,die ihren Auftakt übrigens mit der Siegerehrung der Kegeldorfmeisterschaften nimmt, sondern auch einen Tag später mit einem zünftigen Tiroler Frühshoppen“, kündigt Weiß an. Nun hofft er natürlich, dass diese Premiere angenommen wird.
Die Tiroler Livekapelle spielt allerdings nicht nur beim Frühschoppen. „Nein, sie treten auch schon bei der Aprés-Ski Party auf und wechseln sich dort mit dem DJ ab“, verdeutlicht der Kolpingchef. Und das wiederum verleiht der diesjährigen Aprés-Ski Party das Prädikat „echte Skiparty“, zumal die Musiker alle aus der Skiregion rund um den Wilden Kaiser stammen.
Wenn in der Nacht die Party beendet ist, bauen die Kolpinger im Festzelt am Bahnhofsweg Biertische und Bänke auf. Um 11 Uhr am Sonntag, 24. März, muss alles wieder bereit sein, denn dann startet der Tiroler Frühschoppen.
Die „Klobnstoana“, die von Blasmusik über Oberkrainer-Klänge bis hin zu aktuellen Stimmungshits und Gaudi-Einlagen alles beherrschen, wollen die Gäste bestens unterhalten. Und die Familie Frenking serviert im aufwändig dekorierten Zelt typische Tiroler Speisen.
Wer beim Tiroler Frühschoppen dabei sein will, der muss nur noch eines tun: Sich eine Eintrittskarte sichern. Der Kartenvorverkauf dafür ist nun im Malerfachgeschäft Mangels, Burgwall 18 in Ascheberg gestartet. Eine Sitzplatzkarte kostet 10 Euro und ist zu den Geschäftszeiten zu ergattern. Wer gleich acht Tickets kauft, der erhält als Extrabonbon noch eine Tischreservierung gratis dazu. Was sonst noch fehlt zum perfekten Österreich-Feeling? „Eigentlich nur noch gute Laune, die mitzubringen wäre. Und na ja, die Berge vielleicht“, so Weiß abschließend. Tina Nitsche

Gewappnet für die Mama-Ära: „Die Mutterkomplexe“

Die „Rabenmutter“ hat erfolgreich ihr erstes Buch veröffentlicht
ASCHEBERG. Das Leben einer Mama ist unterhaltsam. Der Weg dorthin jedoch lange nicht so einfach, wie das vielleicht auf den ersten Blick immer klingen mag.
„Mama werden“ ist ein Wunsch vieler junger Frauen. Auch Marie-Christin Uhlenbrock wollte seit ihrem 10. Lebensjahr immer nur eines: „Ne Mutti sein.“ Heute ist die 31-Jährige eine Mutter.
Und zwar eine, die von sich Reden macht: Als „Rabenmutter“.
Nein, nicht das was jetzt vielleicht viele denken mögen – die Aschebergerin ist Mama mit Leib und Seele, als Rabenmutter hat sie vor allem mit ihrem gleichnamigen Blog über das Mamasein von sich Reden gemacht. Denn dort offenbarte sie viele Dinge und Wahrheiten von der Schwangerschaft bis zum Mamasein an sich, die sich nicht unbedingt wie eine Schmusegeschichte lesen. Humoristisch, mit einer Portion Sarkasmus und in mehr als unterhaltsamen Stil fesselt sie mit diesem Blog seit Jahren eine große Leserschaft.
Und eben dieser ist es zu verdanken, „dass ich jetzt mein erstes Buch rausgebracht habe“, präsentiert die „Rabenmutter“ stolz ihr Debütwerk „Die Mutterklomplexe“. Der Inhalt ist speziell, in einer teilweise flapsigen Sprache, gewürzt mit einer großen Prise Humor aber auch Sarkasmus. „Wer es zu Ende liest, der ist gewappnet für das was kommt“, sagt die Autorin und unterstreicht, dass dieses Buch, eben weil es einige schonungslosen Wahrheiten offenbart, durchaus auch eine Lektüre für Männer ist.
Buch des Monats
Das ihr Buch, dass sie übrigens selbst im Verlag Tredition verlegt hat, auf Anhieb Buch des Monats werden würde, damit hätte sie nicht gerechnet. „Eben auch weil es wie gesagt ein wenig anders ist“, sagt sie. Ein Jahr hat Marie Christin Uhlenbrock für ihr Werk benötigt. Geschrieben hat sie es „aus dem Bauch raus, sehr zum Leidwesen meiner Lektorin Carina Lämmer“. sagt die gelernte Erzieherin grinsend. Schließlich liefert der Mama-Alltag Geschichten am laufenden Band, „und alles andere von der Befruchtung bis zur Geburt hatte ich im Kopf.“
Ihr Buch ist anders, wie gleich der erste Anreißer deutlich macht: „Aus dem Deutschen übersetzt ins Sarkastische“. Auch das Titelbild, das aus der Feder von Steffi Thole (Mimi Art) stammt, animiert zum Hinschauen. Denn irgendwie kommt einem diese rothaarige Frau, die in der einen Hand eine Babyflache hält und in der anderen einen BH, doch bekannt vor. Gleichzeitig macht alleine dieses Bild schon deutlich, was Marie-Christine inhaltlich verarbeitet: „Schwangerschaft macht etwas mit einem“. Nicht nur die Folgen wie Dehnungsstreifen oder „leicht verschobene Figur“ , sind es, die einer frischgebackenen Mama zu schaffen machen. „Auch die Hormone spielen verrückt.“
Es ist ein Buch, dass aufschlussreich ist und nicht ganz zu unrecht den Untertitel ein „(Un)Ratgeber“trägt. Ein Buch, dass auf der einen Seite unterhaltsam ist und dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubert, aber ihn durchaus auch einmal schlucken lässt. Ein Buch eben, für dass das Leben Pate stand und nicht irgendeine Fantasiegeschichte. Und ein Buch, dass seine Autorin auf den Geschmack gebracht hat weiterzuschreiben. Denn das Leben als Mama liefert schließlich jede Menge Zündstoff und auch für die „Rabenmutter“ „kommen da die Ideen in den unmöglichsten Situationen.“ Tina Nitsche

 

Das Buch „Die Mutterkomplexe“ ist unter der ISBN-Nr

978-3-7482-0262-2 (Paperback)

978-3-7482-0263-9 (Hardcover)

978-3-7482-0264-6 (e-Book)

im Handel erhältlich.

Eine Ära geht zu Ende

Schuhmachermeister Frank Neuhaus hängt Leisten an den Nagel
ASCHEBERG. Im Regal stehen nur wenige Schuhe, die noch darauf warten repariert zu werden. Auf der Fensterbank liegen Fotos, die von der Geschichte des Schuhmachermeisters Neuhaus erzählen.
Aufbruchstimmung liegt in der Luft. Eine Ära geht zu Ende. „Ja, ich hänge meinen Leisten an den Nagel“, sagt Schuhmachermeister Frank Neuhaus. Am 26. Januar räumt der Ascheberger seine Werkstatt und schließt damit ein Kapitel in der über 80-jährigen Familientradition.
Seine Leidenschaft, die gilt jedoch nach wie vor den Schuhen, und sie spielen auch auf seinem neuen Weg eine Rolle. Hals über Kopf hat Frank Neuhaus seine Entscheidung nicht getroffen. „Aber ein Wandel ist hier in der Werkstatt schon länger deutlich spürbar“, sagt er leise. Das Handwerk genießt nicht mehr den Stellenwert, wie es noch vor Jahren war. Eine Erkenntnis, die schmerzt. Und irgendwann hat sich Frank Neuhaus dann die Frage gestellt: „Das kann doch nicht alles gewesen sein?“
Neue Wege
Er hat den Beruf des Schuhmachermeisters erlernt, kennt sich mit Schuhen aus, wie nur wenige. Als seine Mutter gestorben war, drängte sich erneut die Frage nach der Zukunft auf. Und Neuhaus hörte sich auf dem Markt um. Im Dezember 2018 erhielt er dann ein Angebot als Store Manager bei Shoepassion in Münster. Denn seine Liebe und sein Wissen zu den Schuhen überzeugten beim Vorstellungsgespräch. Er sagte zu, und schlägt ab Februar ein neues Kapitel in seinem Leben auf.
Er freut sich auf seine neue Aufgabe, dennoch fährt seine Gefühlswelt Achterbahn. „Es war nicht leicht, eine solche Entscheidung zu fällen, denn unser Schuhverkauf lief immer gut. Aber der Schuhandel und hier vor allem das Schuhhandwerk befindet sich aktuell im Wandel.“
Somit geht der Schuhmachermeister mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil er sich auf seine neue Aufgabe freut, „und weil ich meiner Leidenschaft den Schuhen treu bleiben kann.“ Weinend, weil ihm Schuh Neuhaus immer am Herzen lag und irgendwie natürlich auch noch liegt. Die gute Nachricht: Das Schuhgeschäft läuft erst einmal weiter. Schuhreparaturen jedoch wird es nicht mehr geben.
Scheidebecher und Dankeschön
Natürlich werde er vor allem seine Kunden und Freunde des Hauses vermissen. „Und eben bei ihnen allen und bei unser langjährigen Mitarbeiterin Ruth Uckelmann möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken für die jahrelange Treue, die vielen schönen Momente… wer mag, ist am 26. Januar, meinem letzten Arbeitstag, herzlich auf einen Scheidebecher eingeladen.“ Denn eben diese Dinge haben immer Farbe in sein Arbeitsleben gezaubert, auch in der Zeit, als der Wandel im Handel zusehends stärker wurde. Ein Problem mit dem viele kämpfen.
„Und genau deshalb habe ich die Chance ergriffen, die sich mir jetzt geboten hat“, sagt Frank Neuhaus. „Wenn nicht jetzt wann dann?“ Ihm war klar, dass er auch in punkto Nachfolge irgendwann einmal ein Problem würde haben können. „Denn ich kann ja von meiner Tochter nicht verlangen, dass sie in meine Fußstapfen tritt. Sie ist auch noch viel zu jung, um jetzt sagen zu können, was sie später irgendwann einmal machen möchte.“
Viele Überlegungen und Faktoren haben zu seiner Entscheidung geführt. Eine Entscheidung, die in Ascheberg nun zur Konsequenz haben wird, dass das Schuhregal in der Schuhwerkstatt ab Ende Januar für immer leer bleiben wird. Tina Nitsche

Schlagkräftige Truppe bewältigte viele Projekte

UWG-Neujahrsempfang – Auch 2019 gibt es viel zu tun

ASCHEBERG. Im vergangenen Jahr hat die UWG viele Projekte bearbeitet. „Einige davon bedürfen noch ein wenig Arbeit, also gibt es auch 2019 viel für uns zu tun“, bilanzierte Dr. Christoph Koch beim traditionellen Neujahrsempfang der Unabhängigen in der Gaststätte Breilklause.
Zusammentreffen, sich austauschen, Bilanz ziehen – eine gute Mischung, die natürlich auch andere Sichtweisen eröffnet und so manche neue Idee zu Tage fördert. Logisch, dass dieser Neujahrsempfang mehr als unterhaltsam war. „Wir sind eine kleine aber schlagkräftige Truppe, und irgendwie auch die einzig wahre Opposition“, bedankte sich Mitglied Wilfried Meyer-Laucke beim engagierten Vorstandsteam, den Mitgliedern und dem Fraktionsvorsitzenden Volker Müller-Middendorf.
Das die Größe eines Vereins nichts mit Taten und Erfolgen zu tun hat, das wurde sehr schnell bei den Jahresrückblicken deutlich, die sowohl aus Vorstandssicht von Dr. Christoph Koch, als auch aus Fraktionssicht von Volker Müller-Middendorf gehalten wurden. Dr. Christoph Koch erinnerte dabei an viele Aktionen, darunter auch die Teilnahme am Frühlingsfest in Herbern und bei der Italienischen Nacht in Ascheberg. Beide Veranstaltungen seien aus UWG-Sicht mehr als erfolgreich gewesen. „Wir haben viele Menschen erreicht und sind mit ihnen ins Gespräch geworden“, freute sich Koch.
Erfolgreich war ebenso die Schmetterlingswanderung und die Blühaktion. Wobei der Verein in der Aktion „Ascheberg blüht“ noch viel mehr Potential sieht und diesen Bereich auch weiter ausbauen möchte. Die Eurobahn – hier bemängelt die UWG schon seit langen die unhaltbaren Zustände und hatte seinerzeit auch einen Ratsbeschluss erwirkt, der in ihren Augen leider von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus nicht zufriedenstellend umgesetzt wurde – und die Schulstandortfrage, Kindergartenplätze, sowie der Aula-Ausabau in Herbern waren weitere Themen, die auf der Agenda standen und zukünftig auch weiterhin stehen werden. Ferner sorgte die UWG dafür, dass die Internetpräsenz der Gemeinde Ascheberg für alle gängigen Endgeräte angepasst und modernisiert wurde.
Ein Schulstandort
Fraktionsvorsitzender Volker Müller-Middendorf machte deutlich, dass die beim geplanten Aula-Ausbau in Herbern noch etliches an Kosten außerhalb der Förderung auf die Gemeinde zukommt und bemängelte: „Die Verwaltung lässt häufig die notwendige Transparenz vermissen.“ Ferner sei auch die UWG immer davon ausgegangen, dass es sich bei dem Projekt um eine Gemeindehalle handeln soll, „aber wir müssen feststellen, dass die CDU wie auch unser Bürgermeister diese Formulierung vermeiden. Hier wird immer nur vom Aula-Ausbau gesprochen.“
Eine weiterführende Schule sei ein Muss für die Gemeinde, so Müller-Middendorf weiter. Die UWG spreche sich aber ebenso wie Schulträger, Schularchitekt und die Profilschule selber für einen Schulstandort aus. Planungsideen gibt es verschiedene, „aber derzeit laufen erst einmal die Genehmigungsverfahren“, so Koch und Müller-Middendorf. Die Arbeit bleibt somit auch im Neuen Jahr spannend. Als nächster Termin steht nun erst einmal die Haushaltsdebatte am 19. Januar für die UWG an. Tina Nitsche