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Wird das eine Gaudi

Kolpingsfamilie Ascheberg lädt zum ersten Tiroler Frühschoppen / Kartenvorverkauf ist gestartet
ASCHEBERG. Die Kolping-Aprés-Ski Party ist legendär. Doch was sich in diesem Jahr an die beliebte Veranstaltung anschließt, „das wird echt ein Kracher“, sagt Martin „Boat“ Weiß (Kolpingvorstand). Denn erstmals steigt in Ascheberg der Tiroler Frühschoppen. Was Weiß in diesem Zusammenhang mit „Kracher“ meint, dass ist ein wahrer musikalischer Leckerbissen. Verantwortlich dafür: Sieben Musiker aus Österreich. Oder besser gesagt die Livekapelle „Klobnstoana“.
Die Kolpingsfamilie holt sie nach Ascheberg und sorgt so dafür, dass die Bretter gleich zwei Tage lang beben. „Nicht nur bei der Aprés-Ski-Party am 23. März,die ihren Auftakt übrigens mit der Siegerehrung der Kegeldorfmeisterschaften nimmt, sondern auch einen Tag später mit einem zünftigen Tiroler Frühshoppen“, kündigt Weiß an. Nun hofft er natürlich, dass diese Premiere angenommen wird.
Die Tiroler Livekapelle spielt allerdings nicht nur beim Frühschoppen. „Nein, sie treten auch schon bei der Aprés-Ski Party auf und wechseln sich dort mit dem DJ ab“, verdeutlicht der Kolpingchef. Und das wiederum verleiht der diesjährigen Aprés-Ski Party das Prädikat „echte Skiparty“, zumal die Musiker alle aus der Skiregion rund um den Wilden Kaiser stammen.
Wenn in der Nacht die Party beendet ist, bauen die Kolpinger im Festzelt am Bahnhofsweg Biertische und Bänke auf. Um 11 Uhr am Sonntag, 24. März, muss alles wieder bereit sein, denn dann startet der Tiroler Frühschoppen.
Die „Klobnstoana“, die von Blasmusik über Oberkrainer-Klänge bis hin zu aktuellen Stimmungshits und Gaudi-Einlagen alles beherrschen, wollen die Gäste bestens unterhalten. Und die Familie Frenking serviert im aufwändig dekorierten Zelt typische Tiroler Speisen.
Wer beim Tiroler Frühschoppen dabei sein will, der muss nur noch eines tun: Sich eine Eintrittskarte sichern. Der Kartenvorverkauf dafür ist nun im Malerfachgeschäft Mangels, Burgwall 18 in Ascheberg gestartet. Eine Sitzplatzkarte kostet 10 Euro und ist zu den Geschäftszeiten zu ergattern. Wer gleich acht Tickets kauft, der erhält als Extrabonbon noch eine Tischreservierung gratis dazu. Was sonst noch fehlt zum perfekten Österreich-Feeling? „Eigentlich nur noch gute Laune, die mitzubringen wäre. Und na ja, die Berge vielleicht“, so Weiß abschließend. Tina Nitsche

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Gewappnet für die Mama-Ära: „Die Mutterkomplexe“

Die „Rabenmutter“ hat erfolgreich ihr erstes Buch veröffentlicht
ASCHEBERG. Das Leben einer Mama ist unterhaltsam. Der Weg dorthin jedoch lange nicht so einfach, wie das vielleicht auf den ersten Blick immer klingen mag.
„Mama werden“ ist ein Wunsch vieler junger Frauen. Auch Marie-Christin Uhlenbrock wollte seit ihrem 10. Lebensjahr immer nur eines: „Ne Mutti sein.“ Heute ist die 31-Jährige eine Mutter.
Und zwar eine, die von sich Reden macht: Als „Rabenmutter“.
Nein, nicht das was jetzt vielleicht viele denken mögen – die Aschebergerin ist Mama mit Leib und Seele, als Rabenmutter hat sie vor allem mit ihrem gleichnamigen Blog über das Mamasein von sich Reden gemacht. Denn dort offenbarte sie viele Dinge und Wahrheiten von der Schwangerschaft bis zum Mamasein an sich, die sich nicht unbedingt wie eine Schmusegeschichte lesen. Humoristisch, mit einer Portion Sarkasmus und in mehr als unterhaltsamen Stil fesselt sie mit diesem Blog seit Jahren eine große Leserschaft.
Und eben dieser ist es zu verdanken, „dass ich jetzt mein erstes Buch rausgebracht habe“, präsentiert die „Rabenmutter“ stolz ihr Debütwerk „Die Mutterklomplexe“. Der Inhalt ist speziell, in einer teilweise flapsigen Sprache, gewürzt mit einer großen Prise Humor aber auch Sarkasmus. „Wer es zu Ende liest, der ist gewappnet für das was kommt“, sagt die Autorin und unterstreicht, dass dieses Buch, eben weil es einige schonungslosen Wahrheiten offenbart, durchaus auch eine Lektüre für Männer ist.
Buch des Monats
Das ihr Buch, dass sie übrigens selbst im Verlag Tredition verlegt hat, auf Anhieb Buch des Monats werden würde, damit hätte sie nicht gerechnet. „Eben auch weil es wie gesagt ein wenig anders ist“, sagt sie. Ein Jahr hat Marie Christin Uhlenbrock für ihr Werk benötigt. Geschrieben hat sie es „aus dem Bauch raus, sehr zum Leidwesen meiner Lektorin Carina Lämmer“. sagt die gelernte Erzieherin grinsend. Schließlich liefert der Mama-Alltag Geschichten am laufenden Band, „und alles andere von der Befruchtung bis zur Geburt hatte ich im Kopf.“
Ihr Buch ist anders, wie gleich der erste Anreißer deutlich macht: „Aus dem Deutschen übersetzt ins Sarkastische“. Auch das Titelbild, das aus der Feder von Steffi Thole (Mimi Art) stammt, animiert zum Hinschauen. Denn irgendwie kommt einem diese rothaarige Frau, die in der einen Hand eine Babyflache hält und in der anderen einen BH, doch bekannt vor. Gleichzeitig macht alleine dieses Bild schon deutlich, was Marie-Christine inhaltlich verarbeitet: „Schwangerschaft macht etwas mit einem“. Nicht nur die Folgen wie Dehnungsstreifen oder „leicht verschobene Figur“ , sind es, die einer frischgebackenen Mama zu schaffen machen. „Auch die Hormone spielen verrückt.“
Es ist ein Buch, dass aufschlussreich ist und nicht ganz zu unrecht den Untertitel ein „(Un)Ratgeber“trägt. Ein Buch, dass auf der einen Seite unterhaltsam ist und dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubert, aber ihn durchaus auch einmal schlucken lässt. Ein Buch eben, für dass das Leben Pate stand und nicht irgendeine Fantasiegeschichte. Und ein Buch, dass seine Autorin auf den Geschmack gebracht hat weiterzuschreiben. Denn das Leben als Mama liefert schließlich jede Menge Zündstoff und auch für die „Rabenmutter“ „kommen da die Ideen in den unmöglichsten Situationen.“ Tina Nitsche

 

Das Buch „Die Mutterkomplexe“ ist unter der ISBN-Nr

978-3-7482-0262-2 (Paperback)

978-3-7482-0263-9 (Hardcover)

978-3-7482-0264-6 (e-Book)

im Handel erhältlich.

Eine Ära geht zu Ende

Schuhmachermeister Frank Neuhaus hängt Leisten an den Nagel
ASCHEBERG. Im Regal stehen nur wenige Schuhe, die noch darauf warten repariert zu werden. Auf der Fensterbank liegen Fotos, die von der Geschichte des Schuhmachermeisters Neuhaus erzählen.
Aufbruchstimmung liegt in der Luft. Eine Ära geht zu Ende. „Ja, ich hänge meinen Leisten an den Nagel“, sagt Schuhmachermeister Frank Neuhaus. Am 26. Januar räumt der Ascheberger seine Werkstatt und schließt damit ein Kapitel in der über 80-jährigen Familientradition.
Seine Leidenschaft, die gilt jedoch nach wie vor den Schuhen, und sie spielen auch auf seinem neuen Weg eine Rolle. Hals über Kopf hat Frank Neuhaus seine Entscheidung nicht getroffen. „Aber ein Wandel ist hier in der Werkstatt schon länger deutlich spürbar“, sagt er leise. Das Handwerk genießt nicht mehr den Stellenwert, wie es noch vor Jahren war. Eine Erkenntnis, die schmerzt. Und irgendwann hat sich Frank Neuhaus dann die Frage gestellt: „Das kann doch nicht alles gewesen sein?“
Neue Wege
Er hat den Beruf des Schuhmachermeisters erlernt, kennt sich mit Schuhen aus, wie nur wenige. Als seine Mutter gestorben war, drängte sich erneut die Frage nach der Zukunft auf. Und Neuhaus hörte sich auf dem Markt um. Im Dezember 2018 erhielt er dann ein Angebot als Store Manager bei Shoepassion in Münster. Denn seine Liebe und sein Wissen zu den Schuhen überzeugten beim Vorstellungsgespräch. Er sagte zu, und schlägt ab Februar ein neues Kapitel in seinem Leben auf.
Er freut sich auf seine neue Aufgabe, dennoch fährt seine Gefühlswelt Achterbahn. „Es war nicht leicht, eine solche Entscheidung zu fällen, denn unser Schuhverkauf lief immer gut. Aber der Schuhandel und hier vor allem das Schuhhandwerk befindet sich aktuell im Wandel.“
Somit geht der Schuhmachermeister mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil er sich auf seine neue Aufgabe freut, „und weil ich meiner Leidenschaft den Schuhen treu bleiben kann.“ Weinend, weil ihm Schuh Neuhaus immer am Herzen lag und irgendwie natürlich auch noch liegt. Die gute Nachricht: Das Schuhgeschäft läuft erst einmal weiter. Schuhreparaturen jedoch wird es nicht mehr geben.
Scheidebecher und Dankeschön
Natürlich werde er vor allem seine Kunden und Freunde des Hauses vermissen. „Und eben bei ihnen allen und bei unser langjährigen Mitarbeiterin Ruth Uckelmann möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken für die jahrelange Treue, die vielen schönen Momente… wer mag, ist am 26. Januar, meinem letzten Arbeitstag, herzlich auf einen Scheidebecher eingeladen.“ Denn eben diese Dinge haben immer Farbe in sein Arbeitsleben gezaubert, auch in der Zeit, als der Wandel im Handel zusehends stärker wurde. Ein Problem mit dem viele kämpfen.
„Und genau deshalb habe ich die Chance ergriffen, die sich mir jetzt geboten hat“, sagt Frank Neuhaus. „Wenn nicht jetzt wann dann?“ Ihm war klar, dass er auch in punkto Nachfolge irgendwann einmal ein Problem würde haben können. „Denn ich kann ja von meiner Tochter nicht verlangen, dass sie in meine Fußstapfen tritt. Sie ist auch noch viel zu jung, um jetzt sagen zu können, was sie später irgendwann einmal machen möchte.“
Viele Überlegungen und Faktoren haben zu seiner Entscheidung geführt. Eine Entscheidung, die in Ascheberg nun zur Konsequenz haben wird, dass das Schuhregal in der Schuhwerkstatt ab Ende Januar für immer leer bleiben wird. Tina Nitsche

Schlagkräftige Truppe bewältigte viele Projekte

UWG-Neujahrsempfang – Auch 2019 gibt es viel zu tun

ASCHEBERG. Im vergangenen Jahr hat die UWG viele Projekte bearbeitet. „Einige davon bedürfen noch ein wenig Arbeit, also gibt es auch 2019 viel für uns zu tun“, bilanzierte Dr. Christoph Koch beim traditionellen Neujahrsempfang der Unabhängigen in der Gaststätte Breilklause.
Zusammentreffen, sich austauschen, Bilanz ziehen – eine gute Mischung, die natürlich auch andere Sichtweisen eröffnet und so manche neue Idee zu Tage fördert. Logisch, dass dieser Neujahrsempfang mehr als unterhaltsam war. „Wir sind eine kleine aber schlagkräftige Truppe, und irgendwie auch die einzig wahre Opposition“, bedankte sich Mitglied Wilfried Meyer-Laucke beim engagierten Vorstandsteam, den Mitgliedern und dem Fraktionsvorsitzenden Volker Müller-Middendorf.
Das die Größe eines Vereins nichts mit Taten und Erfolgen zu tun hat, das wurde sehr schnell bei den Jahresrückblicken deutlich, die sowohl aus Vorstandssicht von Dr. Christoph Koch, als auch aus Fraktionssicht von Volker Müller-Middendorf gehalten wurden. Dr. Christoph Koch erinnerte dabei an viele Aktionen, darunter auch die Teilnahme am Frühlingsfest in Herbern und bei der Italienischen Nacht in Ascheberg. Beide Veranstaltungen seien aus UWG-Sicht mehr als erfolgreich gewesen. „Wir haben viele Menschen erreicht und sind mit ihnen ins Gespräch geworden“, freute sich Koch.
Erfolgreich war ebenso die Schmetterlingswanderung und die Blühaktion. Wobei der Verein in der Aktion „Ascheberg blüht“ noch viel mehr Potential sieht und diesen Bereich auch weiter ausbauen möchte. Die Eurobahn – hier bemängelt die UWG schon seit langen die unhaltbaren Zustände und hatte seinerzeit auch einen Ratsbeschluss erwirkt, der in ihren Augen leider von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus nicht zufriedenstellend umgesetzt wurde – und die Schulstandortfrage, Kindergartenplätze, sowie der Aula-Ausabau in Herbern waren weitere Themen, die auf der Agenda standen und zukünftig auch weiterhin stehen werden. Ferner sorgte die UWG dafür, dass die Internetpräsenz der Gemeinde Ascheberg für alle gängigen Endgeräte angepasst und modernisiert wurde.
Ein Schulstandort
Fraktionsvorsitzender Volker Müller-Middendorf machte deutlich, dass die beim geplanten Aula-Ausbau in Herbern noch etliches an Kosten außerhalb der Förderung auf die Gemeinde zukommt und bemängelte: „Die Verwaltung lässt häufig die notwendige Transparenz vermissen.“ Ferner sei auch die UWG immer davon ausgegangen, dass es sich bei dem Projekt um eine Gemeindehalle handeln soll, „aber wir müssen feststellen, dass die CDU wie auch unser Bürgermeister diese Formulierung vermeiden. Hier wird immer nur vom Aula-Ausbau gesprochen.“
Eine weiterführende Schule sei ein Muss für die Gemeinde, so Müller-Middendorf weiter. Die UWG spreche sich aber ebenso wie Schulträger, Schularchitekt und die Profilschule selber für einen Schulstandort aus. Planungsideen gibt es verschiedene, „aber derzeit laufen erst einmal die Genehmigungsverfahren“, so Koch und Müller-Middendorf. Die Arbeit bleibt somit auch im Neuen Jahr spannend. Als nächster Termin steht nun erst einmal die Haushaltsdebatte am 19. Januar für die UWG an. Tina Nitsche

Die Kneipen sind rar geworden….

Historische Kneipentour der Kolpingsfamilie Ascheberg offenbarte Erstaunliches
ASCHEBERG. Früher gingen der Schiedsrichter, der Hausmeister, der Musiker, der Fotograf, der Friedhofsgärtner oder der Anstreicher nach Dienstschluss gerne mal auf ein Feierabendbierchen. Ja, früher!
Heute ist das alles anders. Denn die Kneipen sind rar geworden. Und das obwohl es in Ascheberg davon mal jede Menge gab, wie Anstreicher, Friedhofsgärtner und Co. am Samstag auf der Kolping-Männerwanderung lernten. Da ging es nicht etwa über Stock und Stein, sondern back to the roots, in längst vergangenen Zeiten. Anke Richter-Weiß sei Dank. Denn die mischte sich als kundige historische Kneipenführerin als einzigste Frau unter die Männertruppe, bei der alle Generationen und unterschiedlichste Berufsbilder vertreten waren.
Zur Ausrüstung gehörte ein Bollerwagen, randvoll gefüllt mit den Sachen, die normalerweise am Tresen zu ergattern sind. Doch „davon gibt es in Ascheberg ja leider nicht mehr allzu viele“, bedauerten nicht nur Roland Pelster und Gunnar Westhoff. Dass das früher einmal ganz anders war, war vor allem für die jungen Teilnehmer fast ein bisschen unvorstellbar. Doch Anke Richter-Weiß belehrte sie alle eines besseren. Erster Stop, war an der Herberner Straße.
Und da gibt es sie noch: Eine der letzten Kneipen Aschebergs. Surmanns Hof. „Seit 1966 hier ansässig, früher war sie dort, wo heute Geiping ist“, so Richter-Weiß. Überhaupt war früher am Kirchplatz so etwas wie ein echtes Kneipen-Szenevieretel angesiedelt. Richter-Weiß erinnerte an den Gasthof Michel, besser bekannt als die „Bauernschänke“. Heute ist dort der Ascheberger Hundefriseur. Nebenan gab es die Gaststätte Hillmann, auf der anderen Seite die Gaststätte Forsthoff. Unweit entfernt auf der Sandstraße war zunächst das Alte Gasthaus Soddemann, woraus später „Surmann’s Hof“ wurde.

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Eine Rarität auf der Wanderung: An der Herberner Straße stießen die Männer dann an ihrer ersten Station mit Surmann’s Hof auf eine noch existierende Kneipe in Ascheberg. Eine, die seit 1966 dort angesiedelt ist und vorher mitten im Dorf ihren Platz hatte. Foto: Tina Nitsche

Die lebendige Kneipenkultur in der Mitte des Dorfes wurde überdies ergänzt durch Brauerei Dieninghof und die Brennerei Heydt. „Um 1800 gab es in Ascheberg sogar vier Bierbrauer und zwei Branntweinbrenner“, zauberte Richter-Weiß noch Zahlen aus dem Ärmel. Absolutes Markenzeichen war natürlich das Jagdschlösschen, das Ascheberg weit über die Ortsgrenzen bekannt machte. „Und das gerade dabei ist wieder in neuem Glanz zu erstrahlen“, freuten sich die Herren.
Auf der Steinfurter Straße erinnerte Anke Richter-Weiß an die ehemalige Gaststätte Fälker in der Osterbauer, an die noch existierende Kneipe Brüggemann und die einstige Gaststätte Klaverkamp. An der Bultenstraße stand die muntere Truppe dann vor gänzlich neuen Mauern, die sich mitsamt Baugerüst gen blauen Himmel schrauben. Dort war bis vor ein paar Jahren noch die Gaststätte Geismann.
Fahrschule in der Kneipe
Eine Gaststätte wo Vereine sich trafen und gerne gefeiert wurde. „Und eine, wo ganz früher sogar mal im hinteren Zimmer auch die Fahrschule Huesmann untergebracht war“, konnte sich Max Olbrich noch erinnern und damit sogar Richter-Weiß verblüffen. Doch heute, das wurde auf der Wanderung „Historische Kneipentour“ ganz deutlich, ist eben alles ganz anders. Kneipen sind rar geworden. Ein Feierabendbierchen können der Fotograf, der Musiker und der Schiedsrichter allenfalls noch im Erdbüsken in der Westerbauer, in der Breilklause (früher „Zur dicken Eiche“) oder aktuell noch im Goldenen Stern am Kirchplatz genießen. Tina Nitsche

Buntes Stelldichein in der Kirche

Frauen fertigen ehrenamtlich Blumenschmuck zum Patronatsfest
ASCHEBERG.
Die Wilde Möhre hat ebenso wie die Fette Henne den Weg in die St. Lambertus Kirche gefunden. Oder in diesem Falle besser gesagt in die mit Wasser gefüllten Eimer, die in der Kirche aufgestellt waren.
„Und die waren quasi über Nacht gefüllt“, erzählt Roswitha Krebs, während sie nach einer Sonnenblume angelt und die fachmännisch zwischen Dahlien, Liebesperlen, Hortensien und Hagebuttenzweigen in die große weiße Vase setzt. Brigitte Waldmann arbeitet derweil am Gegenstück, der zweiten weißen Vase. „Mit Blumen, die uns die Pfarreimitglieder gebracht haben“, verrät sie.
Die beiden Damen sind nur zwei von insgesamt sieben Frauen, die am Freitag in der Kirche anlässlich des Patronatsfestes die Blumen sprechen lassen. „Zwei Mal im Jahr machen wir eine solche Aktion, einmal zu Fronleichnam und einmal zum Patronatsfest“, so Roswitha Krebs. In einem Gemeinschaftsprojekt und das ehrenamtlich.

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Marlies Weber, Enkelin Maren, Anne Nöcker und Hildegard Kuhlmann (v.l.n.r.) fertigten  Kränze aus den orangefarbenen Lampionblüten. Foto: Tina Nitsche

Während die beiden Frauen in der Sakristei die weißen Vasen in regelrechte Kunstwerke verzaubern, beugen sich im Raum nebenan Anne Nöcker, Hildegard Kuhlmann und Marlies Weber über einen großen Karton. Er dominiert den Raum und setzt einen deutlichen Farbakzent mit seinem orangefarbenen Inhalt. „Das leuchtet so schön“, findet Maren, die Enkelin von Marlies Weber, und greift nach einer der Lampionblüten. Sie hilft ihrer Oma dabei, die Blüten auf einen Draht zu ziehen. Denn das Quartett fertigt Kränze, die anschließend die Kirchenbänke und die Kronleuchter in der Kirche zieren.
„Zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen, denn die Augen beten ja schließlich mit“, erklärt Roswitha Krebs, weshalb die Damen, die überdies auch von Ulla Dartmann sowie Carola Leyk unterstützt werden, einen solchen Aufwand betreiben. Einer, der nur in Teamwork zu bewältigen ist. Einen ganzen Nachmittag alleine sind die Frauen nur mit dem Fertigen der Blumenarrangements und Kränze beschäftigt. Hinzu kommt die Vorbereitungszeit. „Da schneiden wir dann Hagebuttenzweige usw. zurecht“, so Roswitha Krebs, die dabei von ihrer Enkelin Leni unterstützt worden ist.
„Da kommen wir locker auf 20 Stunden, also eine halbe Woche Ehrenamt“, rechnet Hildegard Kuhlmann rasch aus. Aber sie alle tun das von Herzen gerne und schreiten dabei mehr als kreativ zu Werke. Ausgestattet mit dem grünen Daumen, „wir heute eher mit dem orangen Daumen“, sagt Hildegard Kuhlmann mit Blick auf die große Kiste zu ihren Füßen, haben sie mit Roswitha Krebs und Brigitte Waldmann gleich zwei Fachfrauen in ihrer Runde. Gute Ideen sind damit garantiert.
Anne Nöcker, die das ganze Jahr über auch für den Blumenschmuck in der Kapelle des Altenheims St. Lambertus sorgt, dankt besonders Roswitha Krebs. „Wie sie uns anleitet, das ist einfach nur toll“, sagt sie und zollt überdies der Pfarrgemeinde an sich ein dickes Lob: „Denn die Mitglieder tragen diese Aktion mit, die gehen in ihre Gärten, in diesem Jahr aufgrund der Hitze, die in den Gärten einiges kaputtgehen lassen hat, auch in die Geschäfte und spenden uns die Blumen.“ Abends war das Werk dann vollbracht, da haben Wilde Möhre, Fette Henne und Co. einen neuen Platz gefunden. Super arrangiert in den Vasen, die zum Patronatsfest dann den Chorraum zierten und dort für farbenprächtige Akzente sorgten. Tina Nitsche

Die Rennpappen kommen

Ostalgie hängt in der Luft beim großen Trabi-Wochenende
ASCHEBERG. Rund 200 Ostblock-Fahrzeuge werden vom 3. August bis zum 5. August auf der Wiese vom Bauernhof St. Georg erwartet. Bei der Hitze? „Logisch“, sagt Thomas Wentker vom Trabant-Club Sputnik, der das große Trabi-Event in Ascheberg ausrichtet.
Schließlich gibt es die Renn-Pappen ja auch in der Cabrio-Version. Ab Freitag herrscht auf der großen Wiese Ostalgie-Atmosphäre, denn dann reisen die ersten an. Und sie bleiben, bis zum Sonntag. Im Gepäck natürlich nicht nur gute Laune, sondern auch Zelte, sofern sie keine Qeks angehängt haben, die Schlafmöglichkeiten bieten. Der Freitag bleibt damit auch den Trabifreunden vorbehalten. Da sind sie unter sich, tauschen sich aus, bauen die Zeltstadt auf und machen es sich abends am Lagerfeuer gemütlich. Am Samstag, 4. August, ist dann der eigentliche große Trabi-Tag, an dem viele Besucher Richtung Bauernhof St. Georg strömen werden. Denn ihnen wird dort richtig etwas geboten.

Rennpappen wohin das Auge schaut. Foto:Tina Nitsche
Am Wochenende donieren die Rennpappen das Bild in Ascheberg. Foto:Tina Nitsche

Nicht nur schmucke Ost-Karossen, sondern auch so manche Kuriosität, viel Wissen, jede Menge Zweiräder wie u.a. die legendären Simson Schwalben, und natürlich auch viele Ersatzteile. Überdies baut auch das Geschmackzentrum wieder auf und präsentiert, was zu DDR-Zeiten in Deutschlands Osten so alles auf den Tisch kam. Ein buntes Rahmenprogramm, darunter auch die Sputnikiade die vor allem bei den jungen Gästen richtig für Action sorgt, rundet den Trabi-Tag ab. Am späten Samstagnachmittag schreiten die Juroren dann traditionell zur Tat und küren die schönsten Fahrzeuge. Soviel ist schon jetzt versprochen: Langeweile bleibt auf jeden Fall ein Fremdwort am Wochenende, Gemütlichkeit und gute Laune werden großgeschrieben und an allen drei Tagen hängt Ostalgie in der Luft.Tina Nitsche