Archiv der Kategorie: Was war los?

Schrill, schräg und so emotionsgeladen…

es war einmal in Amerika – die Tanzaufführung der Tanzwerkstatt Ruhmöller
ASCHEBERG/WERNE. Ja, das waren noch Zeiten, als die Zeitungsjungen das Straßenbild New Yorks prägten und die Kindermädchen magische Fähigkeiten hatten. In Amerika war eben alles ein bisschen anders. Das Geld lag quasi auf der Straße und nicht nur einer hat es vom Tellerwäscher zum Millionär gebracht.
Amerika – das Land der Träume, magischer Anziehungspunkt vieler, vor allem in den 50er Jahren. Und genau dorthin haben 298 Tanzschüler am Wochenende ganze Generationen entführt.
„Es war einmal Amerika“ unter diesem Titel stand die Tanzaufführung der Tanzwerkstatt Ruhmöller im Kolpinghaus Werne, die ihres Gleichen suchte. Mitreißend, emotionsgeladen, mal schrill, durchaus auch mal schräg, vor allem aber berührend und facettenreich zogen die Tänzer das Publikum von Anbeginn an in ihren Bann.
Sie erzählten die Geschichte der drei Freunde Estée Lauder, Rosie Menzonie und Shannon Donelly, die ihre Heimat verlassen haben und in Amerika ihr Glück suchen. Ihre Wege trennen sich. Zunächst. Und damit kommen wir zur alles entscheidenden Frage: Hält Freundschaft eigentlich ein Leben lang, auch wenn man sich im Land der Träume eine Zeit lang aus den Augen verliert?
Die drei Freunde beschreiten ihren Weg. Zielstrebig. Und dabei vergessen sie nicht ein Bild zu zeichnen, dass das Publikum in eine Zeit zurückkatapultiert, als Jungverliebte nachts durch den Central Park schlenderten und Rollschuhfahrer dort für ein buntes Bild sorgten. Tänzerisch versteht sich. Der Central Park war Ort des Geschehens im ersten Teil.

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Die Tänzer weckten Emotionen und begeisterten mit ihrer Darbietung. Foto: Tina Nitsche

Die Zuschauer tauchten ein, in eine Welt, in der sich die Reichen unten im Kosmetikinstitut von Estée Lauder sportlich auf die Shopping-Tour vorbereiteten und Mary Poppins mittels Regenschirm währenddessen für die Kindererziehung sorgte. An der Wall Street – wo der zweite Teil der Aufführung spielte – regierten das Geld, das süße Leben in Form von Candy-Shops aber auch die Mafia Gangs. Die Tänzer zeichneten dabei ein eindrucksvolles Bild in dem sie sich zahlreicher Elemente des Tanzes, darunter Modern Dance, Jazz, Hipp-Hopp und Ballett, bedienten.
Die Geschichte sorgte für Emotionsvielfalt: Riesenapplaus wechselte mit Freudentränen und denen der Rührung. Lisa Schürmann führte dabei als Geschichtenerzählerin durch das Programm. Eines, das seinen Höhepunkt in den Kämpfen der Gangs fand: Iren, Amerikaner und Italiener trafen an den Docks zusammen. Eine Begegnung, die in Wiedersehensfreude und herzlichen Umarmungen endete. Denn die Anführer der Gangs waren besagte drei Freunde, die sich damals im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufmachten, um ihren Weg zu gehen und sich nach Jahren an den Docks wiedertrafen.
Und dort beantworteten sie dann auch die eingangs gestellte Frage: Wahre Freundschaft ist etwas besonderes und Unerschütterliches. Die Tänzer machten mit ihrer exzellenten Darbietung eindrucksvoll klar, dass es doch Liebe und Freundschaft sind, die heute noch die gleiche Bedeutung haben, wie damals in Amerika. Tina Nitsche

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Gewappnet für die Mama-Ära: „Die Mutterkomplexe“

Die „Rabenmutter“ hat erfolgreich ihr erstes Buch veröffentlicht
ASCHEBERG. Das Leben einer Mama ist unterhaltsam. Der Weg dorthin jedoch lange nicht so einfach, wie das vielleicht auf den ersten Blick immer klingen mag.
„Mama werden“ ist ein Wunsch vieler junger Frauen. Auch Marie-Christin Uhlenbrock wollte seit ihrem 10. Lebensjahr immer nur eines: „Ne Mutti sein.“ Heute ist die 31-Jährige eine Mutter.
Und zwar eine, die von sich Reden macht: Als „Rabenmutter“.
Nein, nicht das was jetzt vielleicht viele denken mögen – die Aschebergerin ist Mama mit Leib und Seele, als Rabenmutter hat sie vor allem mit ihrem gleichnamigen Blog über das Mamasein von sich Reden gemacht. Denn dort offenbarte sie viele Dinge und Wahrheiten von der Schwangerschaft bis zum Mamasein an sich, die sich nicht unbedingt wie eine Schmusegeschichte lesen. Humoristisch, mit einer Portion Sarkasmus und in mehr als unterhaltsamen Stil fesselt sie mit diesem Blog seit Jahren eine große Leserschaft.
Und eben dieser ist es zu verdanken, „dass ich jetzt mein erstes Buch rausgebracht habe“, präsentiert die „Rabenmutter“ stolz ihr Debütwerk „Die Mutterklomplexe“. Der Inhalt ist speziell, in einer teilweise flapsigen Sprache, gewürzt mit einer großen Prise Humor aber auch Sarkasmus. „Wer es zu Ende liest, der ist gewappnet für das was kommt“, sagt die Autorin und unterstreicht, dass dieses Buch, eben weil es einige schonungslosen Wahrheiten offenbart, durchaus auch eine Lektüre für Männer ist.
Buch des Monats
Das ihr Buch, dass sie übrigens selbst im Verlag Tredition verlegt hat, auf Anhieb Buch des Monats werden würde, damit hätte sie nicht gerechnet. „Eben auch weil es wie gesagt ein wenig anders ist“, sagt sie. Ein Jahr hat Marie Christin Uhlenbrock für ihr Werk benötigt. Geschrieben hat sie es „aus dem Bauch raus, sehr zum Leidwesen meiner Lektorin Carina Lämmer“. sagt die gelernte Erzieherin grinsend. Schließlich liefert der Mama-Alltag Geschichten am laufenden Band, „und alles andere von der Befruchtung bis zur Geburt hatte ich im Kopf.“
Ihr Buch ist anders, wie gleich der erste Anreißer deutlich macht: „Aus dem Deutschen übersetzt ins Sarkastische“. Auch das Titelbild, das aus der Feder von Steffi Thole (Mimi Art) stammt, animiert zum Hinschauen. Denn irgendwie kommt einem diese rothaarige Frau, die in der einen Hand eine Babyflache hält und in der anderen einen BH, doch bekannt vor. Gleichzeitig macht alleine dieses Bild schon deutlich, was Marie-Christine inhaltlich verarbeitet: „Schwangerschaft macht etwas mit einem“. Nicht nur die Folgen wie Dehnungsstreifen oder „leicht verschobene Figur“ , sind es, die einer frischgebackenen Mama zu schaffen machen. „Auch die Hormone spielen verrückt.“
Es ist ein Buch, dass aufschlussreich ist und nicht ganz zu unrecht den Untertitel ein „(Un)Ratgeber“trägt. Ein Buch, dass auf der einen Seite unterhaltsam ist und dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubert, aber ihn durchaus auch einmal schlucken lässt. Ein Buch eben, für dass das Leben Pate stand und nicht irgendeine Fantasiegeschichte. Und ein Buch, dass seine Autorin auf den Geschmack gebracht hat weiterzuschreiben. Denn das Leben als Mama liefert schließlich jede Menge Zündstoff und auch für die „Rabenmutter“ „kommen da die Ideen in den unmöglichsten Situationen.“ Tina Nitsche

 

Das Buch „Die Mutterkomplexe“ ist unter der ISBN-Nr

978-3-7482-0262-2 (Paperback)

978-3-7482-0263-9 (Hardcover)

978-3-7482-0264-6 (e-Book)

im Handel erhältlich.

Schlagkräftige Truppe bewältigte viele Projekte

UWG-Neujahrsempfang – Auch 2019 gibt es viel zu tun

ASCHEBERG. Im vergangenen Jahr hat die UWG viele Projekte bearbeitet. „Einige davon bedürfen noch ein wenig Arbeit, also gibt es auch 2019 viel für uns zu tun“, bilanzierte Dr. Christoph Koch beim traditionellen Neujahrsempfang der Unabhängigen in der Gaststätte Breilklause.
Zusammentreffen, sich austauschen, Bilanz ziehen – eine gute Mischung, die natürlich auch andere Sichtweisen eröffnet und so manche neue Idee zu Tage fördert. Logisch, dass dieser Neujahrsempfang mehr als unterhaltsam war. „Wir sind eine kleine aber schlagkräftige Truppe, und irgendwie auch die einzig wahre Opposition“, bedankte sich Mitglied Wilfried Meyer-Laucke beim engagierten Vorstandsteam, den Mitgliedern und dem Fraktionsvorsitzenden Volker Müller-Middendorf.
Das die Größe eines Vereins nichts mit Taten und Erfolgen zu tun hat, das wurde sehr schnell bei den Jahresrückblicken deutlich, die sowohl aus Vorstandssicht von Dr. Christoph Koch, als auch aus Fraktionssicht von Volker Müller-Middendorf gehalten wurden. Dr. Christoph Koch erinnerte dabei an viele Aktionen, darunter auch die Teilnahme am Frühlingsfest in Herbern und bei der Italienischen Nacht in Ascheberg. Beide Veranstaltungen seien aus UWG-Sicht mehr als erfolgreich gewesen. „Wir haben viele Menschen erreicht und sind mit ihnen ins Gespräch geworden“, freute sich Koch.
Erfolgreich war ebenso die Schmetterlingswanderung und die Blühaktion. Wobei der Verein in der Aktion „Ascheberg blüht“ noch viel mehr Potential sieht und diesen Bereich auch weiter ausbauen möchte. Die Eurobahn – hier bemängelt die UWG schon seit langen die unhaltbaren Zustände und hatte seinerzeit auch einen Ratsbeschluss erwirkt, der in ihren Augen leider von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus nicht zufriedenstellend umgesetzt wurde – und die Schulstandortfrage, Kindergartenplätze, sowie der Aula-Ausabau in Herbern waren weitere Themen, die auf der Agenda standen und zukünftig auch weiterhin stehen werden. Ferner sorgte die UWG dafür, dass die Internetpräsenz der Gemeinde Ascheberg für alle gängigen Endgeräte angepasst und modernisiert wurde.
Ein Schulstandort
Fraktionsvorsitzender Volker Müller-Middendorf machte deutlich, dass die beim geplanten Aula-Ausbau in Herbern noch etliches an Kosten außerhalb der Förderung auf die Gemeinde zukommt und bemängelte: „Die Verwaltung lässt häufig die notwendige Transparenz vermissen.“ Ferner sei auch die UWG immer davon ausgegangen, dass es sich bei dem Projekt um eine Gemeindehalle handeln soll, „aber wir müssen feststellen, dass die CDU wie auch unser Bürgermeister diese Formulierung vermeiden. Hier wird immer nur vom Aula-Ausbau gesprochen.“
Eine weiterführende Schule sei ein Muss für die Gemeinde, so Müller-Middendorf weiter. Die UWG spreche sich aber ebenso wie Schulträger, Schularchitekt und die Profilschule selber für einen Schulstandort aus. Planungsideen gibt es verschiedene, „aber derzeit laufen erst einmal die Genehmigungsverfahren“, so Koch und Müller-Middendorf. Die Arbeit bleibt somit auch im Neuen Jahr spannend. Als nächster Termin steht nun erst einmal die Haushaltsdebatte am 19. Januar für die UWG an. Tina Nitsche

Die Kneipen sind rar geworden….

Historische Kneipentour der Kolpingsfamilie Ascheberg offenbarte Erstaunliches
ASCHEBERG. Früher gingen der Schiedsrichter, der Hausmeister, der Musiker, der Fotograf, der Friedhofsgärtner oder der Anstreicher nach Dienstschluss gerne mal auf ein Feierabendbierchen. Ja, früher!
Heute ist das alles anders. Denn die Kneipen sind rar geworden. Und das obwohl es in Ascheberg davon mal jede Menge gab, wie Anstreicher, Friedhofsgärtner und Co. am Samstag auf der Kolping-Männerwanderung lernten. Da ging es nicht etwa über Stock und Stein, sondern back to the roots, in längst vergangenen Zeiten. Anke Richter-Weiß sei Dank. Denn die mischte sich als kundige historische Kneipenführerin als einzigste Frau unter die Männertruppe, bei der alle Generationen und unterschiedlichste Berufsbilder vertreten waren.
Zur Ausrüstung gehörte ein Bollerwagen, randvoll gefüllt mit den Sachen, die normalerweise am Tresen zu ergattern sind. Doch „davon gibt es in Ascheberg ja leider nicht mehr allzu viele“, bedauerten nicht nur Roland Pelster und Gunnar Westhoff. Dass das früher einmal ganz anders war, war vor allem für die jungen Teilnehmer fast ein bisschen unvorstellbar. Doch Anke Richter-Weiß belehrte sie alle eines besseren. Erster Stop, war an der Herberner Straße.
Und da gibt es sie noch: Eine der letzten Kneipen Aschebergs. Surmanns Hof. „Seit 1966 hier ansässig, früher war sie dort, wo heute Geiping ist“, so Richter-Weiß. Überhaupt war früher am Kirchplatz so etwas wie ein echtes Kneipen-Szenevieretel angesiedelt. Richter-Weiß erinnerte an den Gasthof Michel, besser bekannt als die „Bauernschänke“. Heute ist dort der Ascheberger Hundefriseur. Nebenan gab es die Gaststätte Hillmann, auf der anderen Seite die Gaststätte Forsthoff. Unweit entfernt auf der Sandstraße war zunächst das Alte Gasthaus Soddemann, woraus später „Surmann’s Hof“ wurde.

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Eine Rarität auf der Wanderung: An der Herberner Straße stießen die Männer dann an ihrer ersten Station mit Surmann’s Hof auf eine noch existierende Kneipe in Ascheberg. Eine, die seit 1966 dort angesiedelt ist und vorher mitten im Dorf ihren Platz hatte. Foto: Tina Nitsche

Die lebendige Kneipenkultur in der Mitte des Dorfes wurde überdies ergänzt durch Brauerei Dieninghof und die Brennerei Heydt. „Um 1800 gab es in Ascheberg sogar vier Bierbrauer und zwei Branntweinbrenner“, zauberte Richter-Weiß noch Zahlen aus dem Ärmel. Absolutes Markenzeichen war natürlich das Jagdschlösschen, das Ascheberg weit über die Ortsgrenzen bekannt machte. „Und das gerade dabei ist wieder in neuem Glanz zu erstrahlen“, freuten sich die Herren.
Auf der Steinfurter Straße erinnerte Anke Richter-Weiß an die ehemalige Gaststätte Fälker in der Osterbauer, an die noch existierende Kneipe Brüggemann und die einstige Gaststätte Klaverkamp. An der Bultenstraße stand die muntere Truppe dann vor gänzlich neuen Mauern, die sich mitsamt Baugerüst gen blauen Himmel schrauben. Dort war bis vor ein paar Jahren noch die Gaststätte Geismann.
Fahrschule in der Kneipe
Eine Gaststätte wo Vereine sich trafen und gerne gefeiert wurde. „Und eine, wo ganz früher sogar mal im hinteren Zimmer auch die Fahrschule Huesmann untergebracht war“, konnte sich Max Olbrich noch erinnern und damit sogar Richter-Weiß verblüffen. Doch heute, das wurde auf der Wanderung „Historische Kneipentour“ ganz deutlich, ist eben alles ganz anders. Kneipen sind rar geworden. Ein Feierabendbierchen können der Fotograf, der Musiker und der Schiedsrichter allenfalls noch im Erdbüsken in der Westerbauer, in der Breilklause (früher „Zur dicken Eiche“) oder aktuell noch im Goldenen Stern am Kirchplatz genießen. Tina Nitsche

Zwischen Kirmesdisziplin und Schnäppchenjagd

Klubs starteten zu den Jacobi-Kirmeszehnkämpfen – Krammarkt lockte mit bunter Vielfalt
ASCHEBERG. So mancher stand früh auf am Sonntagmorgen. „Wer auf dem Trödelmarkt ein Schnäppchen machen will, der muss zeitig sein“, verriet ein Besucher und machte Jagd auf außergewöhnliche Dinge. Ob Zierrat, Dekorartikel, Spiele, Bücher, Technik, Hausrat – das Angebot beim Kirmes-Krammarkt war groß. „Den Krammarkt gibt es nun zum vierten Mal und für uns ist es zum vierten Mal richtig gut hier! Entweder haben wir die passenden Sachen oder die passende Kundschaft“, verriet Familie Burchart, die eigens aus Wadersloh anreiste und ihre Waren anpries. Michael Dick gab nebenan sein Debüt. Für ihn lief es nicht ganz so gut. „Der Flohmarkt ist gut besucht, die Stimmung Klasse, aber die Leute gucken viel und kaufen eher weniger“, bilanzierte er. Ganz anders sah es bei Ulrich Braun aus. Er bot zum dritten Mal in Ascheberg seine Waren – im Gepäck hatte er diverse Konsolen und spiele für selbige – feil und war begeistert. Es herrschte Bewegung auf der Sandstraße über die sich der Krammarkt erstreckte.

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Ulrich Braun kommt gerne nach Ascheberg zum Krammarkt und freut sich jetzt schon auf das nächste Jahr. Foto: Tina Nitsche
Vom Krammarkt landeten die Besucher dann inmitten des bunten Kirmestrubels. Und dort dominierten die Klubs am Sonntag das Bild. Denn sie stürzten sich mittags traditionell in die Kirmeszehnkämpfe.
Da trafen die „Promilleprinzen“ auf die „Promilleengel“ und sie alle arbeiteten sich munter und bestens gelaunt durch die zahlreichen Kirmesdisziplinen, wie Entenangeln, Dosen- und Pfeilwerfen oder Pferderennen.
„Wir schaffen nur immer fünf von den insgesamt zehn Disziplinen“ gab Metty vom Kegelclub „KC Stößchen“ zu. Diese absolvierten sie jedoch äußerst erfolgreich und meisterten dabei auch eine selbstauferlegte Disziplin. „Jedes Jahr „erarbeiten“ wir uns ein Maskottchen“ präsentierte Manu dann auch umgehend Beate! Beate ist ein pinkfarbenes Pferd, das die Mädels beim Bälle fangen ergatterten. „Diese Kirmeszehnkämpfe sind hier in Ascheberg ein echtes Phänomen, eine Bereicherung für die Kirmes“, befand Schausteller Marvin Heitmann, der das Ausspielgeschäft „Piraten-Kids“ betreibt. Er freut sich jedes Jahr darauf und hat sich entsprechend auf die „Kämpfe“ eingestellt: „Bei mir geht keine Truppe leer aus!“ Er ist viel unterwegs und weiß, dass das Ascheberger Phänomen vereinzelt auch schon auf den ein oder anderen Kirmesplatz übergegriffen hat. „Aber nirgends ist es so wie in Ascheberg“. Tina Nitsche

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Auch die „Promilleengel“ stürzten sich in die Kirmeszehnkämpfe. Foto: Tina Nitsche

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Kirmesgenuss der besonderen Art. Foto: Tina Nitsche

Adrenalin-Kick und Farbenrausch

Jacobi-Kirmes ließ Gäste Kopf stehen
ASCHEBERG. Der Wind nahm ein wenig ab. Dafür zogen Wolken auf. So mancher Blick ging am Samstagabend bedenklich gen Himmel. Und dann auf einmal öffneten sich die Schleusen. Ein bunter Schauer prasselte auf die vielen Menschen nieder, als Bürgermeister Dr. Bert Risthaus mit Schausteller Klaus Rasch und Pfarrer Stephan Schürmeyer es zur Eröffnung der Jacobi-Kirmes bunte Freichips regnen ließen. Ein Juchzen ging durch die Menge, unzählige Paare Hände streckten sich zum Himmel. Niemand wurde nass, denn dieser Regen bescherte den Gästen den Eintritt in eine andere Welt. Und der Wind, der nahm auf einmal richtig zu, als die Gäste begeistert die Fahrgeschäfte enterten. Wirbelte die Massen in andere Welten, brachte viele Frisuren durcheinander – Ascheberg stand Kopf. Und dass im wahrsten Sinne des Wortes.

Night-Flight im Propeller, Foto: Tina Nitsche
Night-Flight im Propeller, Foto: Tina Nitsche
Einen richtigen Adrenalin-Kick bescherte Oerdelmanns Propeller – No Limit denjenigen, die eine Fahrt in dem Inversion XXL – ein Hochrundfahrgeschäft – buchten. Flug Nr. 1 ging ins bunte Nirwana und endete vor allem nachts in einem richtiggehenden Farbenrausch. Nervenkitzel pur. Und davon bot die Veranstaltung reichlich. Ob am Boden oder in der Luft. Unten gingen Jung und Alt auf Entenjagd, ließen Ballons beim Pfeilwerfen zerplatzen, brachten Dosentürme zum einstürzen oder fieberten mit bei Paparlionis Pferderennen. Andere schwebten Richtung Wolken im Aviator – da wo die Freiheit grenzenlos ist. Wieder andere begaben sich wagemutig in den Kesseltanz. Nachdem der Kirmes-Start wegen der dunklen Wolken zunächst ein wenig verhaltener ausfiel, füllte sich der Ort dann schnell. Es wurde getanzt, manchmal sogar auf der Straße, meistens in Franjos Almhütte, die erstmals aufbaute, oder im Kirmesfestzelt am Burghof sowie vor der Kolping-Weinlaube.
Mit Freunden Kirmes feiern! Foto: Tina Nitsche
Mit Freunden Kirmes feiern! Foto: Tina Nitsche
Die Menschen ließen sich treiben, genossen die unvergleichliche Atmosphäre und ließen sich angesichts der kulinarischen Vielfalt ordentlich die Gaumen verwöhnen. „Die Jacobi-Kirmes, die ist ein fester Bestandteil im Kalender, da muss man einfach hin“, verriet eine Besucherin lachend und tauchte mitsamt ihrer Freundinnen gutgelaunt wieder in der Menge ab. Zu fortgeschrittener Stunde wurden dann auch die Kirmestrends ausgemacht: Ketten mit Disco-Kugeln sowie pinkfarbene Flamingoarmbänder waren mega in! Insgesamt drei Tage drehen sich die Fahrgeschäfte in Ascheberg. Solange wird wohl auch der Wind anhalten, der erzeugt wird, wenn sich die Gäste begeistert in andere Welten wirbeln lassen. Tina Nitsche

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Buntes Kirmesvergnügen

St. Benedikt-Kirmes zauberte den Kindern ein Lachen ins Gesicht
HERBERN. Dream Angel, blaue Zunge, Dauerlachen im Gesicht. Die St. Benedikt Kirmes präsentierte sich am Samstagnachmittag aus Kindersicht zum größten Vergnügen.
Vom Feuerwehrauto wechselte Mylie direkt in die Lokomotive, als die Dschungelreise hielt. Die Frisur ein wenig durcheinandergewirbelt, ließ sich das kleine Mädchen in den Sitz gleiten. „Eis essen war ich auch schon“, verriet sie und streckte lachend die Zunge raus. Die verdächtigen blauen Spuren zeugten von einem wirklich leckeren Vergnügen. Dann blieb keine Zeit mehr, das Signal ertönte und Mylie drehte die nächste Runde. Kirmesvergnügen ganz nach ihrem Geschmack!

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Mylie auf großer Fahrt durch den Dschungel, vorher war sie Eis essen. Die blaue Zunge zeugt von dem kühlen Vergnügen. Foto: Tina Nitsche

Unterdessen hielt Felix triumphierend seine Angel in die Höhe, an dessen Ende eine grüne Ente zappelte. Das Ausspielgeschäft war bestens frequentiert am Samstagnachmittag. Denn nicht nur Felix ging hier begeistert auf Entenjagd. Nur wenig später gelang ihm sogar der Doppelschlag. Gleich zwei Enten hingen am Haken. Mama Nadja Hölscher war mindestens genauso begeistert wie ihr kleiner Sohn. „Es ist doch herrlich hier, einfach unbeschwertes Kirmesvergnügen“. Vor allem ganz ohne Wartezeiten und überlange Schlangen. „Für Kinder ideal“, befand sie.

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Eric hatte mit Uroma Else sichtlich viel Spaß auf der St. Benedikt-Kirmes. Foto: Tina Nitsche

Genau aus diesem Grund steuerte auch Patentante Lisa Thiemann mit ihrem Neffen Eric die Kirmes an. Im Schlepptau Uroma Else. Während die drei mit Erics Mama Annika eine Pause an der Piratenbar einlegten, spritze der Sand vom Beach hoch, als Nela Anlauf nahm. Die Füße versanken im Sand, ungehindert lief das kleine Mädchen seinem Ziel entgegen: Mama Tina, die sie am Ende der Strecke lachend auffing.
Am Samstag funktionierte das problemlos, am Sonntag markierten bunte Stäbe im Sand die Schätze, als der Startschuss zur traditionellen Schatzsuche fiel. Während Felix, nachdem er mit Papa Stephan eine Runde im Autosccoter gedreht hatte, ebenfalls mit seinen Eltern die Piratenbar ansteuerte, räumte Mylie beim Entenangeln ab.
„Dream Angel“, präsentierte ihr Vater Tino Grote ein buntes Schminkset, das sich seine Tochter als Preis ausgesucht hatte.
Nach soviel Abenteuer legten die beiden eine Pause hinter der Weinlaube der KFD Herbern ein, die erstmals auf der Bendedikt Kirmes aufgebaut wurde. Tagsüber hatte das Team dabei eher weniger zu tun. Am Samstagabend mussten die Damen jedoch die Ärmel hochkrempeln. Denn nachdem die Kinder glückselig heimwärts strebten, eroberten die Erwachsenen den Beach und die Weinlaube. David Bügler sorgte mit einer gekonnten Roger Cicero-Darbietung für ansprechende Livemusik.
Anschließend färbte sich der Himmel beim Feuerwerk farbenprächtig in Rot-, Grün-, Gelb- und Blautönen. Tina Nitsche

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