Ohne Kleidersorgen und mit neuen Disziplinen

Ulla Ringelkamp spendierte dem Kegelclub "Die Bahnsinnigen" das Outfit für die Kirmes-Kegelzehnkämpfe.  Foto: Tina Nitsche
Ulla Ringelkamp spendierte dem Kegelclub „Die Bahnsinnigen“ das Outfit für die Kirmes-Kegelzehnkämpfe. Foto: Tina Nitsche

Heimische Clubs starteten in die traditionellen Kirmes-Kegelzehnkämpfe
ASCHEBERG. Kleidersorgen hatte der Kegelclub die „Bahnsinnigen“, am Sonntag nicht. „Ulla sei Dank“, verrät Niklas Bultmann grinsend und zeigt stolz auf sein weiß-blaues Trikot, auf dem drei goldene Sterne prangen. „Drei mal Fußballdorfmeister“, klärt Laurin Sabe auf. Die Kegeltitel fehlen noch. „Da haben wir noch Platz für weitere Sterne“. Gut gelaunt stürzen sich die Jungs in den traditionellen Kegelzehnkampf und fallen auf mit ihren brandneuen Shirts, die ihnen Ulla Ringelkamp spendiert hat. „Ein Kegelclub, ein Friseur“, sagt Nils Heubrock und erklärt, dass der Kegelclub geschlossen zum gleichen Friseur geht. Danach legen die Jungs los: Entenangeln, Pferderennen, Schießen, Dosenwerfen, Pfeilwerfen. Auch die Damentruppe „KC Stößchen“ ist eifrig unterwegs und kürt am Ende die beiden Verliererinnen Kim und Elena mit einer neongelben Warnweste auf der sichtbar in großen Lettern die Niederlage verzeichnet ist. Die Meisterjäger müssen sich hingegen erst einmal eine kleine Verschnaufpause gönnen und reihen sich an Wennings Fischstand ein. Der Damenkegelclub „Die perfekte Partie“ hat dem Zehnkampf kurzerhand eine neue Disziplin zugefügt. „Die Essensdisziplin“, verrät Tina Blumhagen, dass nun erst einmal unterschiedlichste kulinarische Stände „abgearbeitet“ werden, bevor sich die Mädels in den knallroten Shirts wieder ins Getümmel begeben. Die Kegler prägen das Bild auf der Jakobikirmes am Sonntag und auch die Schausteller haben sich für die beliebten Zehnkämpfe wieder einiges einfallen lassen. Am bayrischen Schießwagen verwöhnt René Bartelt seine Kegler in diesem Jahr mit Leuchtschmuck. „Das ist so einmalig hier, da lasse ich mir gerne jedes Jahr etwas anderes für die Klubs einfallen“. Am Kirmessonntag war der „Hauptkampftag“ der Kegelvereine, am Montag jedoch stürzten sich auch noch einige Klubs gut gelaunt in den ultimativen Kirmeswettkampf. Tina Nitsche

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Paradiesvögel im schillernden Kirmeskosmos

Nächtlicher Flug im Farbenrausch, Otto Wendler machte es im Wellenflieger möglich.  Foto: Tina Nitsche
Nächtlicher Flug im Farbenrausch, Otto Wendler machte es im Wellenflieger möglich. Foto: Tina Nitsche
Wehende Haare bei rasanter Fahrt im Musikexpress.  Foto: Tina Nitsche
Wehende Haare bei rasanter Fahrt im Musikexpress. Foto: Tina Nitsche

Die Jakobi-Kirmes Ascheberg bescherte den vielen Besuchern Adrenalkinschübe, jede Menge Spaß und bunte Vielfalt
ASCHEBERG. Ein kurzer heftiger leuchtend bunter Schauer prasselte farbenfroh vom strahlend blauen Himmel und zauberte den unzähligen Besuchern ein Lachen in die Gesichter. Die Hände flogen zum Himmel, als die stellvertretende Bürgermeisterin Maria-Schulte Loh gemeinsam mit den Schaustellern am Samstagabend die größte Dorfkirmes im Münsterland traditionell mit Freichips eröffnete. Danach hieß es Bahn frei für drei Tage unvergessliches Kirmesvergnügen. Jung und Alt stoben auseinander und stürzten sich vergnügt ins Getümmel.
Zahlreiche Paare Hände legten sich um die Stahlbügel. Das Blut rauschte in den Adern, ein Kribbeln machte sich in der Magengrube breit und dann schoss (das) Adrenalin die juchzenden Menschen in andere Sphären. Ausharren – Warten – unbeschreiblicher Zauber in luftiger Höhe und Gefühlsstürme als es im freien Fall rasant zu Boden ging. „Adrenalin pur“, japste eine Besucherin überglücklich, als sie das gleichnamige Fahrgeschäft verließ und in der Menge abtauchte. Mittendrin schillernde Paradiesvögel mit schrägen glitzernden Kopfbedeckungen. Trends wurden ausgemacht. Der Kirmessommer präsentierte sich opalisierend, glitzernd, bunt. Wie? Madeleine Heitmann machte es vor: Die trendbewusste Kirmesbesucherin flanierte da mit farbenfroh blinkender Brille durch die Massen und verschaffte sich mit einem in Design dazu passenden Schnuller Gehör, denn dieses Prachtexemplar verfügte über eine integrierte Pfeife. Am Schießwagen zielten alle scharf und das im Takt der eigenen Musik. Zielen, Schießen, DJ spielen – multitaskingfähig präsentierte sich das Publikum, zu dem nicht nur Einheimische, Herberner und Davensberger, sondern auch viele Auswärtige zählten. Rauschender Farbenwirbel, die Haare flatterten im Wind, Dauerlächeln im Gesicht, fröhliches Gekreische – ein Auftakt nach Maß in einer bunten atemberaubenden Welt. Da ging es rasant in die Höhe, im Salto-Mortale auch über Kopf, der Himmel war zum Greifen nah im Wellenflug, die Fahrten im Musikexpress gingen mal vorwärts, mal rückwärts, die Geschmacksvariante mit den vielen Kirmesspezialitäten ließ ebenfalls keine Wünsche offen. Die Jakobi-Kirmes verwandelte den Ortskern in einen schillernden Kosmos, mit vielen bunten Reizen, dem sich keiner entziehen konnte. Tina Nitsche

Treffpunkt: Im Herzen der Jakobi-Kimes

Wer wird die erste Weinkönigin der größten Dorfkirmes im Münsterland? – Kolping-Weinlaube feiert zehnjährigen Bestehen
ASCHEBERG. Das Prädikat „Herz der Jakobi-Kirmes“ haben sich diese guten Geister längst verdient. Denn jährlich sorgen diverse Mitglieder der Kolpingsfamilie Ascheberg an allen drei Kirmestagen dafür, dass die Weinlaube an der Kirche zum erklärten Treffpunkt sämtlicher Generationen wird. Hier trifft man sich, auf ein Pläuschchen, auf einen guten Tropfen, mal kürzer, meistens jedoch länger, um nicht zu sagen viel länger. Denn der Aufenthalt an der Kolping-Weinlaube garantiert immer gute Laune, jede Menge Gesprächsstoff und erlesene Weine. Serviert von gut gelaunten Kellnern und Kellnerinnen. Personalsorgen? Fehlanzeige! „Das gibt es bei uns nicht, im Gegenteil“, freut sich Martin „Boat“ Weiß vom Kolpingvorstandsteam. Seit zehn Jahren keine Klagen. Alle packen mit an. Ehrenamtlich. Und jeder tut etwas dafür, dass der Aufenthalt in der Weinlaube jedes Jahr anders daherkommt.
An diesem Kirmeswochenende warten die „guten Geister“ gleich mit vier Neuerungen auf. „Schließlich müssen wir unser zehnjähriges Jubiläum ordentlich feiern“, sagt Martin Weiß und lacht. Da gute Ideen in diesem Verein nie Mangelware sind, dürfen sich die Kirmesbesucher am Montagabend (28. Juli) auf ein ganz besonderes Highlight freuen. Um 17.30 Uhr wird in der Weinlaube die erste Ascheberger Weinkönigin gekürt. „Das wird jetzt keine Dauereinrichtung, vorerst ist es eine einmalige Sache zum Jubiläum“, so Martin Weiß. Der Wein wird – Bürgermeister Dr. Bert Risthaus sei Dank – in diesem Jahr in besonderen Gläsern serviert. Denn der erste Bürger vermisste das Ascheberger Gemeindewappen auf den Gläsern, die Kolpingsfamilie reagierte und kommt ab Samstag, 26. Juli, mit einer limitierten Auflage von neuen Gläsern daher. „Mit Gemeindewappen und dem Spruch „ein Stück Heimat“ passend zum Anlass“, verrät Martin Weiß. Und damit die Gäste auch mal so „richtig einen anbrennen lassen können“, hat Heinz Frenster zu Holz und Werkzeug gegriffen, um den Vorschlag von Sebastian Tewes umzusetzen. Entstanden sind acht „Anbrennkisten“ die jeweils Platz für zehn Gläser und eine Flasche Wein bieten. Das Herz der Kirmes wird im Jubiläumsjahr zudem noch visuell in den Mittelpunkt gerückt. „Wir verkaufen blinkende Herzen, der Erlös fließt dann in die geplante Romreise, die die Messdiener aus allen drei Ortsteilen, in den Herbstferien antreten“, erklärt Martin Weiß. Tina Nitsche

Jakobi-Kirmes: Ascheberg steht drei Tage lang Kopf

Die größte Dorfkirmes im Münsterland lockt mit vielen Attraktionen und jeder Menge Nervenkitzel

ASCHEBERG. Noch ist alles ruhig. Doch das kommende Wochenende verspricht richtig rasant zu werden. Denn ab Samstag, 26. Juli, steht Ascheberg drei Tage lang Kopf, wenn um 18 Uhr der offizielle Startschuss zur diesjährigen Jakobi-Kirmes fällt. Dabei wartet Marktmeister Rolf Kehrenberg in diesem Jahr mit einigen Attraktionen auf. Auf dem Katharinenplatz bauen die Gelsenkirchener Schausteller
Gusowski&Langenberg mit dem Salto Mortale eine Anlage auf, die garantiert nichts für schwache Nerven ist. Der sogenannte Jet Force, der von der niederländischen Fima Mondial im Jahr 1998 erbaut wurde, dann in Frankreich unterwegs war und seit 2011 zum Fuhrpark von Gusowski und Langenberg zählt, bietet in der Gondel an seinem großen Tragarm Platz für 16 Personen. Und die werden ganz schön durchgeschüttelt, wenn sie durch die Luft geschleudert werden und dabei auch noch über Kopf gehen. Nervenkitzel verspricht ebenfalls der Freifallturm der Schaustellerfamilie Bügler. Hinter der Volksbank geht es dort für die Gäste in 32 Meter Höhe. Mehr Bodenhaftung ist auf alle Fälle für diejenigen garantiert, die sich in Hofmanns „Downtown“ trauen. Einzige Gefahr die droht: Man könnte sich in dem 2012 erbauten Laufgeschäft leicht verirren. Mit Schwung gen Himmel geht es hingegen auf dem Platz an der Dieningsstraße, wo Otto Wendler seinen Kettenflieger aufbaut. Lange ist es her, seitdem in Ascheberg ein solches Geschäft stand, denn nachdem die Schaustellerfamilie Lemoine mit der Powerwelle nicht mehr kam, mutierte der einstige Stammplatz zum Wechselplatz. Neben diesen neuen Attraktionen gibt es selbstverständlich ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Ob Raschs Musikexpress, die Schaustellerfamilie Strothenke mit dem Autoscooter oder Marlon Klaasen mit dem Jump Street. Auch für die kleinen Gäste wird allerhand geboten, neben dem Kinderkarussell Thelen, an dem die stellvertretende Bürgermeisterin Maria Schulte-Loh das dreitägige Spektakel am Samstag und 18 Uhr offiziell eröffnet – Freichips selbstverständlich inklusive – bauen insgesamt sechs Kinderfahrgeschäfte auf, darunter auch ein Fliegender Bus und ein Disney-Flieger. Rund 130 Schausteller sorgen bis Montag, 28. Juli, dafür, dass Ascheberg drei Tage Kopf steht. Am Sonntag und Montag gibt es außerdem an der Sandstraße ab Höhe K&K-Markt einen Krammarkt. Der Montag steht traditionell im Zeichen der Feuerwehr, und beginnt morgens um 10 Uhr mit der zur Schauübung. Tina Nitsche

Die Öffnungszeiten der Jakobi-Kirmes
Samstag, 27. Juli, 15.00 Uhr bis Sonntag, 28.Juli, 2.45 Uhr
Sonntag, 28.Juli, 11.00 Uhr bis Montag, 29.Juli, 2.45 Uhr
Montag, 29.Juli, 10.30 Uhr bis Dienstag, 30.Juli 2.45 Uhr

Das Mittel gegen Hitze: Karussell fahren

Fahrspaß pur genossen die Kinder auf der St. Anna Kirmes. Foto: Tina Nitsche
Fahrspaß pur genossen die Kinder auf der St. Anna Kirmes. Foto: Tina Nitsche

Kinder hatten Spaß auf der St. Anna Kirmes

DAVENSBERG. An der Gürtelschlaufe der blau-weiß karierten Hose baumeln Handschellen, aus der Hosentasche zieht Niklas Klaverkamp freudestrahlend eine Pistole. Trotz tropischer Temperaturen – die 30 Marke war locker geknackt – stürtzte sich der kleine Niklas gemeinsam mit Papa Sascha ins Kirmesvergnügen. Allzu viel Konkurrenz hatte der kleine Junge nicht. Denn als die stellvertretende Bürgermeisterin Maria Schulte-Loh die kleine aber feine St. Anna-Kirmes um 17 Uhr eröffnete, da waren viele der Davensberger Kinder gerade erst aus dem Bus gestiegen, nach zwei Wochen Ferienlageraufenthalt. Niklas störte das nicht! Im Gegenteil. In aller Ruhe konnte er mit Papa und Bruder Tim die Kirmes „unsicher machen“. Ball- und Pfeilwerfen, Entenangeln und jedes Mal ein Treffer. Logisch, dass die Polizeiausrüstung da recht schnell zusammenkam. Auch auf Paul und Max übten die gelben Enten am Ausspielgeschäft von Arno Zahn eine gewisse Faszination aus. Konzentriert ließen sie die Angeln ins Wasser versinken und versuchten einen der schwimmenden Vögel an das magnetische Ende ihrer Angelrute zu heften. Was ein Spaß! Die Hitze war dabei schnell vergessen. Schließlich kann man sich auch auf einer Kirmes Abkühlung verschaffen. „Im Karussell“, hatte Franka einen Geheimtipp parat. Im Kinderkarussell genossen die ganz Kleinen, im Autoscooter alle Altersklassen die herrliche Prise, die durch den Fahrtwind hervorgerufen wurde. Die Schausteller freuten sich über einen besonderen Blumengruß, den Maria Schulte-Loh und Heimatvereinsvorsitzende Anneliese Buntrock für sie zum Auftakt parat hatten. Nach und nach füllte sich der Kirmesplatz vor der St. Anna-Kirmes, da der SV Davaria dort tradtionell seine Neuvorstellungen präsentierte. Viele hielt es anschließend unter den großen Bäumen, wo sie den Abend in unterhaltsamer Stimmung genossen. Nur „Polizist“ Niklas schwang sich diensteifrig auf sein buntes Fahrrad und fuhr in Begleitung seiner Eltern und seines Bruders mit üppiger Kirmesausbeute überglücklich nach Hause. Tina Nitsche

„Frischzellenkur“ für Fritz

Thomas Wentker hat Trabi P 601 wieder flott gemacht

ASCHEBERG. Fritz ist in die Jahre gekommen. Der Lack war ab und irgendwie war er mangels Bewegung auch eingerostet. Doch eine „Frischzellenkur“ bei Thomas Wentker hat wahre Wunder bewirkt. Trabi-Kombi Fritz ist nun wieder ein schmucker Junge.
Nichts ist mehr zu sehen von dem katastrophalen Zustand, in dem sich der Trabant P 601 befand. Lediglich im Innenraum hängt noch leicht der Duft längst vergangener Zeiten. „Fritz kam ziemlich fertig hier an, von innen stark vermüllt und dreckig, an vielen Stellen durchgerostet, 12 Jahre in einer feuchten Garage haben ihre Spuren hinterlassen“, erzählt Thomas Wentker. Seit 2013 zählt der Kombi zum Fuhrpark des Aschebergers, der allerdings sehr geschrumpft ist. „Ich musste mich aus Platzgründen verkleinern“, erklärt der 46-jähirge. Nun teilen sich Fritz und Karl eine Garage. „Eigentlich müssten die sich auf dem Band fast noch gesehen haben“, sagt Thomas Wentker und lacht. Denn Fritz und Karl, die vom Typ „P 601“ her baugleich sind weisen eine Gemeinsamkeit auf: Beide wurden im Februar 1990 gebaut. Karl ist blau, „Fritz ist die Deluxe-Ausführung“, weist Thomas Wentker auf das grüne Dach, das sich über den papyrus-grauen Duroplast-Korpus wölbt. Einen Tag hat der Ascheberger Maschinenbauer benötigt, um Fritz wieder fahrbar zu machen. Das „OP-Team“ bestand dabei aus neuen Leuten. „Der Motor war defekt, ebenso wie die Bremsen, da hatten wir allerhand zu tun“. Anschließend arbeitete Wentker alleine weiter. Er nahm Schweißarbeiten vor und widmete sich der Außenhaut. „Das Gros ist fertig, Fritz rennt wieder, der Motor läuft sauber, was jetzt noch folgt sind Feinarbeiten“, will er beispielsweise die aufgebrachte Zahl auf der Seitentür, die Zeuge dafür ist, dass Fritz bei der Deutschen Reichsbahn im Einsatz war, noch auffrischen. 1993 dann kam er zur Bundesbahn nach Erfurt, bevor er in Gelsenkirchen landete. Dort stand er bis 2013. Fahruntüchtig, vernachlässigt und übrigens auch mit anderem Namen. Als Thomas ihn geschenkt bekam, taufte er den einstigen Ernst in Fritz um und sorgte mit viel Liebe dafür dass die Rennpappe wieder rennt. Und das sogar mit erklärtem Wunschkennzeichen. „LH – P 601“. „Da habe ich sofort reagiert, als der Startschuss zur Reservierung freigegeben war, hing ich pünktlich um 18 Uhr am Telefon, um 18.05 Uhr hatte ich mein Kennzeichen.“ Was jetzt noch fehlt ist eine Anhängerkupplung und der schmucke Junge ist perfekt. Tina Nitsche

Info:
Beim Trabi-Tag am 2. August in Ascheberg ist Trabi Fritz auf dem Gelände vom Bauernhof St. Georg zu bewundern.

Ferienstimmung auf der St. Benedikt-Kirmes

Jessica verschaffte sich den Durchblick in XXL! Foto: Tina Nitsche
Jessica verschaffte sich den Durchblick in XXL! Foto: Tina Nitsche
Kein Gedränge aber gute Laune auf der Herberner Kirmes
HERBERN. Jessica setzt die Mega-XXL-Sonnenbrille auf. Schließlich sind Ferien und da wird die Welt gerne bunt. Vor allem dann, wenn die Musik spielt, die Menschen gut gelaunt sind und gerne auch mal die Bodenhaftung verlieren, wenn sie im Karussell abheben. Kommt die Kirmes dann noch mit einem Beach daher, dann ist sogar für das entsprechende Urlaubsfeeling gesorgt. „Hooray, hoory! It’s a Holi-Holiday!”, dröhnt es aus den Lautsprechern am Sandstrand, als Boney M. die Ferienzeit musikalisch in den Focus rückt. Die schönste Zeit des Jahres, die hat sich allerdings auch auf der St. Benedikt Kirmes bemerkbar gemacht. Logisch, wenn diverse Kinder im Ferienlager sind. „Da fehlen gleich rund 100 Leute“, bringt es Schausteller Klaus Rasch auf den Punkt und ergänzt: „Natürlich merken wir die Ferien, aber die merken wir immer. Auf jedem Platz.“ Der guten Laune tat diese Tatsache jedoch keinen Abbruch. Im Musikexpress geht die Reise vorwärts, die Haare wehen im Wind, das Lachen der Gäste an Bord endet in fröhlichem Gekreische. Die Besucher genießen die Kirmes, wenngleich eines auffällig ist: Extrem viele Ascheberger haben den Weg nach Herbern gefunden. „Wir sind zur Ascheberger Kirmes im Urlaub, also schnuppern wir heute in Herbern Kirmesluft“, steuert Klaus Dabbelt mit seiner Familie fröhlich den Autoscooter an. Andere machen eine Radtour nach Herbern. Das erklärte Ziel: „Der Backfischstand von Schulze-Wenning“, verrät Ludger Wiedenhorst. Der Herberner Frank ist mit seiner Familie unterwegs und reiht sich zum Abschluss ebenfalls in die Schlange am Fischstand ein. Am Mandelstand hat Bettina Brummbach einiges zu tun. „Ok, ein paar mehr Gäste könnten kommen, aber auf der anderen Seite, was nützt es, wenn es proppevoll ist und die Menschen nur vorüberziehen. Ich bin in Herbern sehr zufrieden, denn die Menschen hier die kaufen auch.“ Jung und Alt schlendern vergnügt über die kleine Kirmes. Mal sind es mehr, mal weniger. Kein Gedränge und Geschubse dafür aber eine entspannte Atmosphäre. Wettergott Petrus hat am Wochenende mitgespielt. Selbst der verregnete Auftakt am Freitag hielt die Menschen nicht vom Besuch ab. Abends wurde lange am Beach vergnügt gefeiert. Am Samstagabend blieben auch etliche Gäste dort hängen, wenngleich es hätten mehr sein können bei dem guten Wetter. „Ich komme genau deshalb hierher, ich genieße das Flair und bin der Ansicht, wenn wir unsere Kirmes hier haben wollen, dann müssen wir sie auch unterstützen“, erhebt Gerda mit ihren Bekannten fröhlich das Cocktailglas. Tina Nitsche