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Mit der Lizenz zum Fragen

Zweite Party mit Profil mutierte zur coolen Scheunenparty
ASCHEBERG. Auf dieser Party durften Fragen gestellt werden! Das war sogar ausdrücklich erwünscht. Schließlich war es keine normale Party, sondern die zweite Auflage der Party mit Profil, die da am Freitag auf dem Hof Hegemann stieg.
Eine Feier, die von langer Hand geplant worden war und bei der es den Gästen an nichts mangelte. Dem engagierten Vorstandsteam bestehend aus Christina Siegert, Alexandra Falke, Petra Schult, Sabine Westhoff. Andrea Jabsen, Silke Overmann, Gaby Landwehr, Hannah Sonnek und Birgit Eckholt sei Dank.
Die zweite Auflage kam in diesem Jahr ein wenig anders daher. Denn Petrus machte Veranstaltern und Gästen einen Strich durch die Rechnung. Von wegen laue Sommernacht und draußen feiern wie im vergangenen Jahr. Das war nicht drin. Aber das Orgateam war flexibel! „Jetzt feiern wir eben eine coole Scheunenparty“, so Christina Siegert. Denn das muntere Stelldichein wurde kurzerhand in die große Scheune verlegt. Christian „Pelle“ Pelster mit seiner Band Infernale sorgte mit richtig guter Livemusik dafür, dass es kaum einen der Gäste ruhig auf seinen Plätzen hielt. Die Tanzfläche wurde schnell erobert. DJ Phillip aus Herbern wechselte sich mit der Band ab, so das während des gesamten Abends Musik in der Luft lag.

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Christian „Pelle“ Pelster und seine Band Infernale sorgten bei der zweiten Party mit Profil für richtig Stimmung durch Live-Musik und wechselten sich musikalisch mit DJ Phillip aus Herbern ab. Foto: Tina Nitsche

Berührungsängste gab es keine. Im Gegenteil, von der Aufforderung Fragen zu stellen wurde vor allem von den Eltern der Fünftklässler nur allzu gerne Gebrauch gemacht. „Unsere Kinder sind jetzt seit eineinhalb Wochen auf der Profilschule und haben 10 000 Fragen, wir Eltern hingegen haben 100 000 Fragen“, waren Steffi Plenter und Britta Arntzen richtiggehend begeistert, das einige Fragen in ganz lockerer Atmosphäre von den Lehrern beantwortet wurden. „Ich finde es einfach toll, dass man hier andere Eltern kennerlernt und auch mit den Lehrern ganz ungezwungen plauschen kann!“ freute sich eine Besucherin. Wie ihr ging es vielen.
Aber genau das war auch gewollt. Denn die Intention dieser Party lag ja genau dort. „Sich auszutauschen, gegenseitig kennen lernen ganz außerhalb vom Schulalltag“, machten Christina Siegert und Alex Falke deutlich. Auch Birgit Rabe lobte die gelungene Party: „Das haben sie wirklich professionell aufgezogen, es fehlt an nichts, eine wirklich schöne Party!“ Tina Nitsche

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Einblicke in die Berufswelt

Ausbildungsbotschafter brachten Profilschüler unterschiedlich Berufe näher
HERBERN. „Natürlich hätte ich manchmal in der Schule besser aufpassen sollen“, gibt Marcel Berges, Tischlerazubi bei der Firma Vedder GmbH, zu und empfiehlt den Neuntklässern der Profilschule den Unterricht mit Konzentration anzugehen. Denn später in der Ausbildung sei es durchaus nützlich, wenn man in Mathe und Deutsch gut ist. „Zwar fangen in der Berufschulklasse alle quasi bei Null an,  aber eine gute Schulbildung ist vorteilhaft“. Marcel ist einer von insgesamt acht Ausbildungsbotschaftern, die am Mittwoch in der Profilschule zu Gast waren. Gemeinsam mit Kilian Höring, der derzeit eine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugmechaniker bei der Firma Kaiser Fahrzeugbau absolviert, gab er Einblicke in handwerkliche Berufe. Und das diese nicht reine Männersache sind, zeigten Hannah, Alina und Jana. „Ich habe schon einmal ein bei Uckelmann Treppenbau reingeschnuppert, und ich finde der Beruf Tischler hat was“, ist Hannah begeistert von einem handwerklichen Beruf. Auch Alina strebt keinen Schreibtischjob an. Ihr schwebt da eher eine Ausbildung als Maler und Lackierer vor.
Noch haben die Mädchen zwar Zeit, aber mit der Berufsorientierung kann man gar nicht früh genug anfangen. Das ist auch das erklärte Credo an der Profilschule Ascheberg. Und die Berufe stehen vor allem bei den Neunern derzeit ganz klar im Focus. „Schließlich geht es ab nächste Woche in die Praktika“, erklärt Lehrer Florian Schulte, der auch für die Berufsorientierung zuständig ist. Diese Woche gilt als Vorbereitungszeit. Selbst der Stundenplan ist auf das Thema Beruf abgestimmt. In Mathe werden Logikrätsel und Konzentrationsübungen gemacht, „eben all das was in den Assessment Centern bei den Bewerbungsverfahren von den Bewerbern gefragt ist“, so Schulte.
Mit den Kooperationspartnern IHK und Kreishandwerkerschaft, sowie den acht Ausbildungsbotschaftern, ging es anschaulich in die Vorbereitungswoche. Denn die Auszubildenden Marcel Berges, Kilian Höring, André Hammelmann,, Saskia Winner, Yannik Busch, Julian Surmann, Rouven Krämer und Isabell Lanfermann, vermittelten interessante Einblicke in unterschiedlichste Berufe. Ihre Berufe! Die Faszination brachten die Ausbildungsbotschafter den Schülern sowohl theoretisch als auch praktisch näher und begegneten ihnen dabei auf Augenhöhe. Die wiederum „löcherten“ die Ausbildungsbotschafter mit ganz konkreten Fragen.
Fragen über Fragen
„Wie stressig ist eine duales Studium? Wie sind die Perspektiven nach der Ausbildung im Handwerk? Wie gestaltet sich der Berufsschulunterricht?“ All das kommt immer auf das Berufsbild an. Während Kilian beispielsweise Blockunterricht hat, besucht Marcel an zwei Tagen in der Woche die Berufsschule. Das Ausbildung Spaß macht bestätigten alle. Das Handwerk viel mit Kreativität und manchmal auch mit Reisen zu tun hat und jeden Tag etwas anderes bietet, das erfuhren Hannah, Alina, Jana und Co. die ganz gezielt die Ausbildungsbotschafter der Handwerkskammer aufsuchten. Doch egal über welche Berufe sich die Profilschüler am Mittwoch näher informiert haben, ob Industriekaufmann, Chemiker, Raumausstatter oder Tischler, sie haben unterschiedliche Einblicke und Anregungen erhalten. Und eben diese helfen in der kommenden Woche bei den Praktika, „das Augenmerk auch gezielt auf bestimmte Dinge zu legen“, sind sich die Schüler einig. Tina Nitsche

Info:
Vom 13. bis zum 31. März geht es für die Neuntklässler der Profischüler in die Praktikumwochen. Anschließend steht die Nachbereitungswoche an. Dann stellen die Neuner den Achtklässlern ihre Praktikumerfahrungen vor.

Über den roten Teppich spaziert…

Informationsmorgen verdeutlichte: Profilschule Ascheberg hat viel zu bieten
ASCHEBERG. Christina hat es getan! Sie hat ihren Sohn am Samstag in der Profilschule Ascheberg angemeldet. „Natürlich haben wir zu Hause überlegt, die ganzen Diskussionen um die Schule gehen ja wohl kaum an irgendwem spurlos vorüber“, gibt sie zu. Aber, sie sei auch immer überzeugt gewesen von dieser Schule, die ihr anderer Sohn bereits besucht, und die, „dass kann ich sagen soviel zu bieten hat.“ Was genau das alles ist, das verdeutlichten Profilschüler am Samstagmorgen in der Mensa, wo viele Thementische aufgebaut worden waren, an denen es detailliert Auskunft unter anderem über das Arbeiten für den Gymnasialen Zweig, Berufsorientierung, Unterstützungs- oder Förderangebote gab. Von Kindern für Kindern! Die Eltern konnten sich derweil mit den vielen Lehrern unterhalten.
Über den roten Teppich in die Schulwelt
Der rote Teppich war ausgerollt worden. Vor der Mensa! Es brauchte nur noch darüber spaziert zu werden. Und schon waren Interessierte inmitten der Schulwelt, die vielleicht auch nach den Sommerferien ihre sein wird. Ein Schulalltag, der zugegebenermaßen ein wenig anders ist, der aber vor allem eines garantiert: „Hier wird niemand alleine gelassen“.
Das kann der kleine Jona mit Fug und Recht behaupten. Denn selbst für Schüler, die Schwierigkeiten haben, „wird hier viel getan“, sagt der Junge, der über die Leserechtschreibschwäche aufklärte. „Die ist nicht schlimm, uns wird hier geholfen, da gibt es sogar eine eigene AG“.

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Wie das Segeln in der Profilschule funktioniert, das war am Tisch von Lea Offermann zu erfahren, die Interessierten gerne detailliert Auskunft zum Thema erteilte. Foto: Tina Nitsche

Lea Offermann erklärte derweil wie es sich mit Wochenplaner und Checklisten durch die Schulwoche segeln lässt. Natürlich nicht mit dem Boot, „sondern über selbstgesteuertes Lernen, das nämlich bedeutet Segel-Unterricht“. Lea geht gerne zur Profilschule, denn hier kann sie ihre Fähigkeiten ausleben. „Schließlich ist jedes Kind individuell und hat damit unterschiedliche Stärken und Neigungen“, betont Nele Klaas am Tisch nebenan, wo sie gemeinsam mit Hannah Krampe die unterschiedlichen Profile und Werkstätten vorstellt. Was den beiden besonders gefällt verheimlichen sie nicht. „Hier besteht die Möglichkeit aus vielen Angeboten, das für sich Passende auszuwählen.“ Und da freute es sie besonders, das Interessierte da waren, die sich angehört haben, was die Schüler zu erzählen hatten. Diese verblüfften sogar ihre Eltern am Samstagmorgen. Denn die Profilschüler hatten es eilig am eigentlich freien Tag. „Eilig, um ihre Schule zu präsentieren“, sagte eine Mutter.
Kein Abschluss ohne Anschluss
Eine Schule, die übrigens bereits ab der fünften Klasse auf Berufsorientierung setzt. „Kein Schüler verlässt uns ohne Plan“, erklärte Lehrer Florian Schulte, dass an der Profilschule nach dem Prinzip „kein Abschluss ohne Anschluss“, vorgegangen wird. Am Samstag machte die Schule mit den wirklich wichtigen Dingen von sich reden. Engagierten Schülern, Lehrern und Eltern sei Dank! Sie alle gemeinsam boten interessante Einblicke. Einblicke, die den Eltern und Grundschülern Hilfestellungen in ihrem Entscheidungsprozess gaben. Und am Ende sagten nicht nur Christina und ihr Sohn Ja zur Profilschule. Auch einige andere Eltern meldeten ihre Kinder am Samstag an! Sie hatten genau hingeschaut und „es hat uns einfach überzeugt“ so der Tenor. Ob es am Ende für den Fortbestand reicht, bleibt abzuwarten. Bis Mittwoch, 22. Februar, um 14 Uhr können Eltern ihre Kinder noch für die Profilschule anmelden. 46 Anmeldungen sind nötig, damit es mit der weiterführenden Schule in Ascheberg weitergeht. Tina Nitsche

Info:
Die Profilschule Ascheberg bietet allen Kindern eine Plattform. Auch Eltern aus umliegenden Gemeinden dürfen  ihre Kinder hier anmelden. Den Kindern stehen alle Möglichkeiten offen , auch denen die ihr Abitur anstreben. Dieser Abschluss wir durch die  die Kooperationspartner  – Joseph-Haydn-Gymnasium in Senden. Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordirchen und Richard-von Weizäcker-Berufskolleg Lüdinghausen ermöglicht.
Detaillierte Infos zur Profilschule Ascheberg gibt es unter: http://www.ps-ascheberg.de

Die Anmeldezeiten für das kommende Schuljahr:

Montag, 20.02.2017 von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr
Dienstag,21.02.2017 von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr
Mttwoch, 22.02.2017 von 9 bis 14 Uhr

„Das bringt mich weiter!“

Profilschüler begeistern mit ungewöhnlichen Präsentationen beim Forder-Förder-Projekt
ASCHEBERG. Jonathan Scheloch hebt ab. Den Profilschüler hält nichts mehr am Boden. Die Arme in die Luft gerissen, geht es aufwärts. Per Rolltreppe! Am Flughafen Düsseldorf. Mit ihm hat sich der Sechstklässer näher beschäftigt. Ein Ort an dem viele Reisen beginnen, manche vielleicht auch enden. Ein Ort, der fasziniert, Reize ausübt und für Jonathan das perfekte Thema war, für seinen mehr als gelungenen Beitrag im Rahmen des Forder-Förder- Projektes der Profilschule.
Dabei ging es um Präsentationen. Jonathan hat es in Form eines Filmes getan, mit dem er viel Applaus erntete. Elf Kinder haben sich an diesem Projekt beteiligt, das von Sabine Fuchs und Milan Paranow geleitet worden ist. Nachdem sie unterschiedliche Präsentationsprogramme kennengelernt hatten, folgten
die Themenfindung und die Schreibphase. Die letzte Phase umfasste dann die Präsentation.
„Wer bin ich?“ fragt Ben Heitmann, der in die Rolle von Steve Jobs geschlüpft ist und dessen beruflichen Werdegang aufgearbeitet hat. Warum? „Mich interessiert nicht nur das Iphone, sondern auch wie es entstanden ist und welche Intention dahintersteckt“, lautet die Antwort des Achtklässlers.
Jonas Schorn (8d) hat die Spur des Geldes verfolgt. „Wir machen viel mit Geld, aber man kennt es eigentlich nicht wirklich.“ Er ist auf viele verblüffende Antworten gestoßen im Rahmen seiner Recherche. So zum Beispiel, dass es auch einmal Zeiten gab, wo Steine unterschiedlicher Größe als Währung galten.
Hannah Westhoff (8d) hat die Geschichte der britisch-irischen Boyband „One Direktion“ unter die Lupe genommen. Auch ihre Präsentation ist mehr als ausgefallen.
Die Schüler verblüffen damit nicht nur ihre vielen Gäste, sondern auch ihre Lehrer. „Da kann ja selbst ich noch einiges lernen“, gibt Milan Paranow zu. David Angelkort hat sich in seiner Expertenarbeit mit dem Glasfaserausbau beschäftigt, Marai Thiele (6d) ließ sich von Jura inspirieren und erklärte mittels Playmobilfiguren die Entstehung eines Gesetzes. Auf Playmobilfiguren hat auch Paul Willermann gesetzt, der anschaulich die Umstände der Varusschlacht aufzeigt. Fragen sind keine offengeblieben. Egal ob bei den Einblicken über das Leben der Kinder in Indien, die Anna Kimmel einfühlsam vermittelt, oder beim Thema Tierquälerei, dem sich Laura Werner angenommen hat. Vera Ulrich begeistert mit einem akustischen Reisetagebuch über ihren Besuch auf Lanzarote. Tim Abberhaus beleuchtet die Geschichte der deutschen Rentenversicherung.
Viel Zeit haben die Kids investiert. „Ich habe bei diesem Projekt gelernt, wie ich eine Facharbeit auch mal anders gestalteten kann. Das bringt mich persönlich weiter auch mit Blick darauf, wenn ich zum Gymnasium wechsele. Denn da bin ich in puncto Facharbeiten jetzt bestens vorbereitet“, beschreibt Jonas den Grund seiner Teilnahme an diesem Projekt. Und dabei haben ihn, Ben Heitmann und all die anderen vor allem eines gereizt: Die ungewöhnliche Herausforderung, die sie alle bravourös, ideenreich und kreativ gemeistert haben. Tina Nitsche

Gestatten: Ich bin das „Müll-Monster“

Profilschüler begeisterten mit einer geballten Ladung an Kreativität bei ihrer Kunstausstellung
ASCHEBERG. Die Gesichtsfarbe ist tieforange, der Gesichtsausdruck irgendwie grinsend. Groß, sportlich und leicht futuristisch steht er da und zieht die Blicke auf sich.
Ob es an dem silbernen Gewand liegt oder an der roten Trillerpfeife? Eines steht jedoch fest: Dieser Herr fällt auf, und irgendwie kann ihm keiner widerstehen. Sein Name? „Na, Müll-Monster“, erklärt Alexander Neve. So als wäre das doch ganz logisch. Für ihn ist es das auch. Schließlich hat er dieses etwas anders anmutende Kerlchen ja auch erschaffen. Und dabei ist der Name Programm. Denn das Müll-Monster ist komplett aus Müll gefertigt worden. „Da muss nicht immer einfach alles weggeworfen werden“, erklärt Tim Kästner, Erbauer des zweiten großen Müll-Monsters, das majestätisch neben dem Müll-Monster von Alexander in die Höhe ragt. Drei Wochen haben die beiden Fünftklässler investiert. Entstanden sind diese Kunstwerke im Profil Mint.
Am Donnerstagabend haben die beiden silbernen Monster mit einigen anderen den Weg an die Öffentlichkeit gewagt. In der Aula vom Profilschulgebäude 1. Denn hier hat ein Teil der großen Kunstausstellung stattgefunden. Andere Werke konnten in der Mensa bewundert werden.
Die Werke sind auf unterschiedliche Weise entstanden. Die Müllmonster im Profil Mint, die architektonischen Häuser im Matheunterricht, das Kunstwerk mit den Ü-Eiern in der Werkstatt des achten Jahrgangs „Echt Kuhl!“ Hierbei handelt es sich um einen bundesweiten Schülerwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung. Andere Werke hingegen sind ganz einfach im Kunstunterricht gefertigt worden, so wie die vielen bunten quadratischen Leinwände in der Glasvitrine, die alle besondere Botschaften vermitteln. Mal mit und mal ohne Worte.
Verschiedene Kunststile fanden sich auch in der Mensa. Echtes Highlight dort war auf jeden Fall die große Schrottplastik, die der Jahrgang neun ausgestellt hat. „Bewegung in die Kunst bringen“ lautete hier das Thema. Unterschiedliche Materialien sind hier gezielt eingesetzt worden, handwerkliches Geschick lässt außerdem grüßen. Die Besucher waren hin und weg: „Mehr noch, wir sind überwältigt angesichts dieser Kreativität“, gaben beispielsweise Heike und Ute zu. Tina Nitsche

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Einfallsreich schritten auch Rieke Brauner (r.) und ihre Klassenkameraden zu Werke. Denn um die Klassenkasse aufzubessern, veräußerten sie lustige bunte Bilder. Selbstgemacht versteht sich! Foto: Tina Nitsche
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Ein echter Hingucker, die große aber voll bewegliche Schrottplastik, die im neunten Jahrgang gefertigt worden ist! Foto: Tina Nitsche

Mathe mal ganz anders!

Profilschullehrer Florian Schulte stellte seinen Schülern eine ungewöhnliche Aufgabe
ASCHEBERG. Dieses Haus ist anders. Dreistöckig und sechseckig. Mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, aus Holz gefertigt, mit einer strahlend weißen Außenhaut!
Die Erbauer sind Chiara Meistrell und Sophie Gogoll. Doch was sie hier geschaffen haben, ist nicht das Resultat eines ausgefallenen Hobbys. Nein, die beiden Profilschülerinnen haben die ungewöhnliche Matheaufgabe „Außergewöhnliche Wohnhäuser“ mit Bravour umgesetzt.
Eine, die Lehrer Florian Schulte ihnen gestellt hat und eine, die zugegebenermaßen ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen hat. Entsprechend gestaltete sich der Tagesablauf über vier Wochen ein wenig anders. „Zu Hause war ich nur zum Frühstücken und zum Schlafen“, gibt Chiara zu. Ansonsten war sie in der Schule oder bei Sophie. Die Lösung dieser Matheaufgabe führte die Kids teilweise an ihre Grenzen. Denn es ist keineswegs einfach mal eben ein Haus zu bauen. „Nein, man muss auf alles achten und millimetergenau arbeiten“, erzählt Greta Krampe. Und so mancher „stolperte“ dabei. Auch Chiara und Sophie. Sie mussten den Maßstab neu berechnen, „weil wir ihn zu groß angelegt haben. Die Aufgabe lautete 1:100 oder 1:50“, sagt Sophie. Zudem haben sie vergessen eine Wanddicke zu berechnen. „Da mussten wir dann auch noch mal nachbessern.“

Was den Schülern jedoch so besonders gefallen hat, war die Tatsache, „dass das jetzt mal ein ganz anderer Matheunterricht war“, so David Angelkort. Gleich mehrere Komponenten vereinte diese Aufgabe: Parallelogramm, Dreieick, Trapez, und Volumenberechnungen. Die Erstellung eines Grundrisses gehörte ebenso dazu wie die Berechnungen der Gesamtwohnfläche und der einzelnen Räume. „Aber dadurch versteht man jetzt viel besser, wo überall Mathematik in der Praxis einfließt. Da kann man jetzt richtig was mit anfangen, als wenn man Matheaufgaben einfach stumpf auf dem Papier als Aufgabe lösen soll“, bilanziert Paul Sonnek. Ihm hat es wirklich etwas gebracht, schließlich möchte er einmal Architekt werden. Durch diese Matheaufgabe hat er schon einmal einen Einblick in das bekommen, was ihn in diesem Beruf erwartet.
Entstanden sind individuelle Sechseckhäuser (E-Aufgabe) und Nur-Dach-Häuser (G-Aufgabe) aus unterschiedlichen Materialien, wie Pappe oder Holz. Florian Schulte ist stolz. Doch in den Ferien hat er nun zusätzliche Arbeit: „Da werde ich mir einen Tag Zeit nehmen, um die Noten zu vergeben und das wird keine leichte Aufgabe“, sagt er. Tina Nitsche

Info:

Die außergewöhnlichen Wohnhäuser sind in der Aula der Profilschule ausgestellt.

Diese Praktikanten verblüffen

Neuntklässler der Profilschule tauchen gezielt in die Berufswelt ein
ASCHEBERG/HERBERN. Seit eineinhalb Wochen drücken die Neuntklässler der Profilschule nicht mehr die Schulbank. Sie machen statt dessen praktische Erfahrungen und lernen die Vielfalt der Berufswelt kennen. Und dabei verblüffen die rund 125 Schüler die vielen Unternehmer in der Gemeinde, bei denen sie ihr Praktikum absolvieren.
„So zielgerichtet habe ich selten einen Praktikanten erlebt“, sagt Bernd Heitmann, Inhaber vom gleichnamigen Blumenfachgeschäft. Diese Schüler wissen genau was sie wollen.
So wie Svenja Heubrock beispielsweise, die einmal Friseurin werden will. Sie darf sogar schon Farbe anrühren und auftragen. Friseurmeisterin Elke Schwartländer ist begeistert, dass sich ihre Praktikantin schon so detailliert mit dem Berufsbild Friseur auseinandergesetzt hat und lobt wie Raiffeisen-Marktleiter André Mürmmann die Selbstinitiative und das hohe Verantwortungsbewusstein, mit dem die Schüler zu Werke schreiten.

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Simone Lütkenhaus hat ihre Schüler für drei Wochen in die Berufswelt entlassen, nachdem sie sie bestens darauf vorbereitet hat. Foto: Tina Nitsche

Für Lehrerin Simone Lütkenhaus eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit. „Die Unternehmen spiegeln uns, das unsere jahrelange Arbeit Früchte getragen hat“, sagt Lütkenhaus, die maßgeblich die Berufsorientierung an der Profilschule vorantreibt. Dass das Konzept der Schule aufgeht, bestätigt sich beim ersten mehrwöchigen Praktikum. Immerhin werden die Kinder bereits in der fünften und sechsten Klasse mit Projekten wie „Sozial-Genial“ oder „Starke Seiten“ auf das Berufsleben vorbereitet. Die Werkstätten und die Schülerfirma tun ihr übriges dazu.
Das Resultat: Viele Schüler verfügen schon über eine breite Bandbreite an Erfahrungen. „Sie haben schon viel gesehen und das mit 14 und 15 Jahren“. Für Lütkenhaus hatte dieses erste große Praktikum auch ein bißchem mit Loslassen zu tun. „Irgendwie sind es ja alles meine Kinder“, gibt sie zu, das sie die ganze Zeit mit ihnen in Verbindung steht.
Viele Schüler haben sich ihr Praktikum ganz gezielt nach ihrem Wunschberuf ausgesucht. Und nicht nur Svenja Heubrock hat dabei für sich die Bestätigung erlangt: „Ja, das ist es“. Mehr noch: Sie kann sogar, wenn sie will bei Elke’s Haarwerkstatt ihre Ausbildung machen. Tina Nitsche

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Für Lucas Brune steht schon nach einhalb Wochen Praktikum in Lüningmeyers Backstube fest: Der Beruf des Bäckers interessiert mich. Gmeinsam mit Nils Hülsmann durfte er auch schon einige Arbeiten verrichten. Foto: Tina Ntische

Als wir Lucas Brune (15) in der Backstube der Bäckerei Lüningmeyer besuchen, zeichnen sich auf seiner weißen Schürze deutliche Arbeitsspuren ab. Der Profilschüler blickt an sich runter und lacht fröhlich: „So ist das eben, wenn man arbeitet.“ Er lernt gerade das Berufsbild Bäcker näher kennen und ist begeistert. Ausgesucht hat er sich das Praktikum, weil ihn das Metier interessiert. „Ich koche und backe gerne, interessiere mich für Lebensmittel und hier treffen fast alle Komponenten zusammen.“ Momentan erscheint er jeden Morgen pünktlich um 6 Uhr in der Backstube. „Aber als Bäcker müsste ich früher aufstehen, denn die beginnen schon um 3 Uhr“. Lucas stört das nicht. Er sieht in diesem Handwerk ein Beruf mit Zukunft und mit Potential. „Essen tun die Leute immer“, sagt er. Die Arbeit hat er sich zugegebenermaßen ein wenig leichter vorgestellt, „dafür ist sie vielseitig“, meint er lachend und verfeinert einen Teigrohling mit Streuseln. Die Arbeit macht ihm Spaß, vor allem da er in einem wie er verrät, sehr netten Team arbeitet. „Und das schönste ist, dass ich, obwohl erst eineinhalb Wochen des Praktikums um sind, schon jetzt darin bestätigt bin, dass dies mein Job wäre.“ Tina Nitsche

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Larissa Kok ist ihrem Traumberuf ein Stückchen näher gerückt. Denn im Rahmen des Praktikums kann sie praktisch testen, ob der Beruf der Kosmetikerin tatsächlich etwas für sie ist. Foto: Tina Nitsche

Larissa Kok (15) interessiert sich für Kosmetik. Logisch, dass sie sich in diesem Bereich einen Praktikumsplatz gesucht hat. Beim Instyle-Kosmetikinstitut darf sie mit einer Maniküre auch schon kleiner Aufgaben übernehmen. „Ich wollte sehen, ob dieser Beruf etwas für mich ist und jetzt kann ich sagen, es ist es.“ Sie hat sich genau informiert, weiß dass die Ausbildung drei Jahre währt, aber das die Arbeitsmöglichkeiten anschließend durchaus vielfältig sind. „Ich kann im Institut aber auch in Hotels oder Wellnessanlagen arbeiten.“  Tina Nitsche

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Eigentlich will Mick Wiegand einmal den Beruf des Biologen ergreifen. Sollte das nicht klappen, hat er dank seines Praktikums beim Malerbetrieb Mangels eine echte Alternative. Denn was viele nicht wissen auch hier gehen die Perspektiven über LEhre, Meister und Studium weit über das Handwerk hinaus. Foto: Tina Nitsche

Nick Wiegand (14) hat einen festen Berufswunsch. Er möchte am liebsten Biologe werden. In seinem Praktikum probiert er jedoch etwas vollkommen anderes aus. „Da lerne ich das Berufsbild des Malers kennen“. Und dabei tun sich ungeahnte Perspektiven auf. „Dank der vielen Gespräche mit dem Gesellen der Malerfirma Mangels, Tim Heubrock“. Denn was Nick nicht wusste, dass er sogar ein duales Studium absolvieren kann, bei dem er Ausbildung, Meister und Betriebswirt im Handwerk in einem Abwasch meistern kann. Anschließend hätte er dann sogar noch die Möglichkeit seinen Innenarchitekten hinterher zuschieben. Für Nick steht fest: „Klappt es mit dem Biologen nicht, dann ist das für mich die echte Alternative“. Tina Nitsche

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Svenja Heubrock darf sogar schon eine Haartönung vornehmen. Für sie steht schon jetzt fest: Friseur, das ist mein Ding. Denn dieser Beruf hat schließlich noch sehr viel mehr Perspektiven zu bieten. Foto: Tina Nitsche

Svenja Heubrock (15) absolviert ein Praktikum in Elke’s Haarwerkstatt. Gezielt. „Denn Friseur, das ist die Richtung in die ich gehen will.“ Schon jetzt konnte sie festestellen, wie vielseitig der Beruf ist. Was für Anforderungen an diesen Job gestellt werden, hat sie zuvor genauestens recherchiert. „Genau wie die Perspektiven nach der Ausbildung“, sagt sie. Sie hat die Möglichkeit ihren Meister zu machen. „Ich kann aber auch Richtung Coloristin, Make-up-Artist oder Maskenbildnerin gehen“, sagt sie. Und eben diese vielen Perspektiven reizen sie am Beruf des Friseurs. Tina Nitsche

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Larissa Perzborn findet es sehr interressant was an Aufgaben hinter der Theke der Bäckerei anfällt. Es ist ein ganz anderer Blickwinkel, der sich ihr offenbart. Aber einer, der Spaß macht. Foto: Tina Nitsche

Larissa Petzborn (15) lernt den Beruf der Bäckereifachverkäuferin in der Bäckerei Lüningmeyer kennen. Auf die Idee ist sie durch ihre Lehrerin Simone Lütkenhaus gekommen. „Die hat hier auch einmal ein Praktikum gemacht und war so begeistert.“ Larissa fasziniert an ihrem Praktikum vor allem eines: „Ich finde es interessant was an Aufgaben hinter der Theke anfällt, sonst sieht man die Abläufe ja nur aus der umgekehrten Richtung, wenn man davor steht.“ Dieses Praktikum, das ihr sehr viel Spaß macht, verbucht sie für sich als eine wertvolle Erfahrung. Ihre Berufswünsche hingegen sehen ganz anders aus. „Ich möchte viel reisen und etwas mit Sprachen machen“, hat sie sich da schon festgelegt. Dennoch freut sie sich, über all das, was sie als Praktikantin hinter der Brottheke lernen darf. Ihre Aufgaben sind vielfältig. „Kunden bedienen, Backwaren verkaufen, Brötchen aus dem Ofen nehmen, wobei ich mir auch schon die Finger verbrannt habe“, gibt sie lachend zu. Faszinierend ist für sie vor allem die Kommunikation und das menschliche Miteinander. Und eines steht fest, auch wenn die Bäckereifachverkäuferin nicht ihr erklärtes Berufsziel ist: „Als Nebenjob würde ich das jederzeit gerne machen.“ Tina Nitsche